Berichte

Fahrradexkursion des NABU Bürstadt zur Weschnitzinsel von Lorsch

Am vergangenen Samstag hatte der Naturschutzbund (NABU) Bürstadt zu einer Fahrradexkursion zur Weschnitzinsel von Lorsch eingeladen. Dreizehn Naturinteressierte kamen mit dem Fahrrad zum vereinbarten Startpunkt der Exkursion und radelten nach einer kurzen Begrüßung nach Lorsch. Am Hans-Ludwig-Beobachtungsturm wurden sie von Christian Zurek vom Vogelschutzverein Lorsch empfangen, der ihnen sachkundig und sehr lebendig die Entwicklungen im Gebiet der Weschnitzinsel im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen schilderte. Mit Fernglas und Spektiv (Beobachtungsfernrohr) ausgerüstet konnten die Naturfreunde Grau- und Silberreiher, Nilgänse und Rehe und sogar einen Trupp von knapp zwanzig Kiebitzen entdecken. Besonders freute sich auch Christian Zurek über vier Rebhühner, die beim gemächlichen Überqueren des inzwischen für Mensch und Fahrzeuge gesperrten Weges zu beobachten waren. Bei einem weiteren Stopp im Osten des Gebietes konnte auch ein hier überwinternder Storch, ein rüttelnder Turmfalke und mehrere überfliegende Wacholderdrosseln beobachtet werden. Nach diesen vielfältigen Vogelsichtungen und den interessanten Ausführungen zur Entwicklung der Weschnithzinsel von Lorsch radelten alle wieder zurück nach Bürstadt, um dort mit einem gemeinsamen Mittagessen den Ausflug ausklingen zu lassen.

 


Herbstlicher Garten für Igel und Vögel

Wenn die Tage kürzer werden, ist es Zeit, den Garten winterfest zu machen. Manch ein Garten wird im Herbst mit viel Mühe "ordentlich aufgeräumt" und dabei oft versehentlich viele Rückzugsräume für kleine Gartenbewohner zerstört. Naturgärtner sind hier klar im Vorteil: Wer seinen Garten naturnah gestaltet, spart jede Menge Arbeit und hilft außerdem noch Igeln, Insekten und Co. Der NABU Bürstadt gibt Tipps, was vor dem Winter getan werden sollte, damit der Garten auch im kommenden Frühjahr wieder voller Leben ist.

 

„Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer Kulturlandschaft finden“, sagt Michael Held vom NABU Bürstadt. „Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen. Und für Gärtner ist das sehr entspannend, weil man viel weniger Arbeit hat.“ Wer Vögeln im Winter Futter bieten will, sollte abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden nicht abschneiden sondern stehen lassen. Auch Fallobst auf der Wiese und Wildobst an den Sträuchern sollte bleiben – so finden gefiederte Gartenbewohner auch bei Minusgraden einen reich gedeckten Tisch vor. Um Insekten über die kalten Monate zu helfen, sollte ein Laubhaufen im Garten angelegt werden. Im wärmenden Laub sind Marienkäfer und Laufkäfer vor Kälte geschützt. Solitärbienen überwintern in hohlen Ästen, im Boden oder in Stängeln von Stauden. Auch eine Insektennisthilfe bietet ihnen einen guten Überwinterungsplatz. Der Laubhaufen im Garten hilft nicht nur Insekten über den Winter. Er ist der Allrounder unter den Winterquartieren. Erdkröten und Igel schätzen das Laub als Schutz gegen Kälte, insektenfressende Tiere als Nahrungsquelle. Als Mulchschicht auf den Beeten schützt Laub die Pflanzen vor Frost und dient auch hier als Winterquartier für Insekten. Wer noch mehr für Igel tun will, kann ein Igelhaus bauen. Eine Anleitung gibt es unter www.NABU.de/igelhaus.

 

Beim Baumschnitt anfallende Äste und Reisig können ebenfalls zu einem Haufen aufgeschichtet oder als Benjeshecke angelegt werden. So eine Totholzhecke bietet Schutz und Lebenraum für viele Insekten und andere Kleintiere, wie Mäuse. Vögel finden hier auch im Winter so manchen Leckerbissen mit sechs oder acht Beinen. Es muss ja nicht gleich so groß sein wie die Totholzhecke auf dem Gelände des NABU Bürstadt; schon ein einfacher Haufen oder eine Hecke von ein bis zwei Metern bietet viele Unterschlupfmöglichkeiten. „Die Natur kennt keinen Abfall. Reisig, Laub, Fallobst, abgeblühte Stauden, die im Herbst anfallen, sind nahrhaft und nützlich für viele tierische Gartenbewohner“, sagt Michael Held, „Wer naturnah gärtnert und diese ,Abfälle‘ im Garten lässt, kann sich im Herbst entspannt mit einer Tasse Tee zurücklehnen und die Früchte seines Gartens genießen.“

 


Eichhörnchenjunges findet Pflegemutti

Vor wenigen Tagen wendete sich eine aufmerksame Familie an den Naturschutzbund (NABU) Bürstadt. Sie hatte nach dem Besuch des neu eröffneten Indoorspielplatzes nahe der Naturoase Lachgärten ein junges Eichhörnchen entdeckt. Mit noch geschlossenen Augen und so hilflos, dass es sich problemlos aufgreifen ließ, dachten die Finder als erstes an den NABU Bürstadt und riefen bei dessen Vorsitzenden Michael Held an. Der konnte auch gleich zur Fundstelle kommen und es stellte sich heraus, dass sich in der Umgebung kein Elterntier zeigte. Scheinbar hatte der Sturm in der Nacht zuvor den Eichhörnchenkobel zerstört. Da Held selbst aber auch noch keine Erfahrung mit der Aufzucht und Pflege von Eichhörnchen hatte, recherchierte seine Frau Iris im Internet, was denn zu tun sein. So kam es dazu, dass sie den etwa vier Wochen alten Findling als erste Notversorgungsmaßnahme wärmten und mit einer Lösung von Honig in Wasser tropfenweise stärkten. Außerdem nahmen sie umgehend Kontakt zu Tanja Schäfer auf, deren Kontaktdaten sie über die Homepage des Vereins Eichhörnchen Schutz erhalten hatten. Diese erklärte sich auch sofort bereit, das Jungtier in Pflege zu nehmen. So machten sich Iris und Michael Held gleich auf nach Dreieich, wo Tanja Schäfer auf dem Gelände des dortigen Tierheims wohnt. Sie konnte bestätigen, dass das kleine Eichhörnchen zwar gesund, aber noch mehrere Wochen pflegebedürftig ist. Mit geübten Griffen bot Schäfer dem Knirps in einer kleinen Kunststoffspritze vorgewärmte Spezialmilch für Eichhörnchen an, die auch gleich eifrig getrunken wurde. Zufrieden gesättigt kuschelte sich das junge Eichhörnchen aus Bürstadt wenig später zwischen vier weitere Eichhörnchen-Pfleglinge, so dass offensichtlich war, dass der Nagernachwuchs hier in besten Händen ist.