Berichte

Umweltpreis des Kreises erhalten

Gemeinsam übergaben Landrat Christian Engelhardt und der für den Bereich Umwelt zuständige Kreisbeigeordnete Karsten Krug vor wenigen Tagen einen der drei Umweltpreise des Kreises Bergstraße an die Naturschutzbund-Ortsgruppe Bürstadt. In seiner Laudatio hob Karsten Krug hervor, dass das Engagement der Bürstädter Naturschützer besonders vielfältig und nachhaltig sei.

Die Vertreterinnen und Vertreter des Bürstädter Naturschutzbundes freuten sich zusammen mit Stadtrat Herbert Röchner über die Ehrung und das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 900 Euro.

Kontrolle und Reinigung von Nistkästen im Bürstädter Wald

Der eine mag weiche Moospolster, der andere eine Mischung aus Grashalmen und Laubblättern: Gemeint sind Meisen auf der einen Seite und Trauerschnäpper auf der anderen Seite. Diese heimischen Singvögel beziehen gerne die Nistkästen, die eine Gruppe von insgesamt zwanzig NABU (Naturschutzbund)-Aktiven vor ein paar Tagen kontrolliert und gereinigt hat. Der NABU Bürstadt und seine NAJU-Kindergruppe war einen Vormittag im Bürstädter Wald unterwegs, um zu schauen, welche der über 200 Nistkästen belegt waren und welche Vogelarten die Kästen genutzt hatten. Als häufigste Arten in den Kästen hatten Meisen gebrütet, was an den Nestern aus Moos und teilweise noch unausgebrüteten kleinen weißen Eiern mit leichten Sprenkeln zu erkennen war. Nicht wenige Nistkästen waren auch vom Trauerschnäpper belegt gewesen, der ein Nest aus Blättern und Gras fertigt und der hellblaue Eier legt. Zusätzlich fanden sich in vielen Nistkästen Reste vom Schwammspinner, einem Nachtfalter, dessen Raupen gerne die Blätter von Eichen fressen und die sich vor allem in trockenwarmen Sommern stark vermehren können. So war es wichtig, dass die Naturschützer die Kästen reinigten, damit die höhlenbrütenden Singvögel im nächsten Jahr wieder freie Nistkästen für ihren Nachwuchs vorfinden. Nach getaner Arbeit rundeten die zwanzig Aktiven die Aktion mit einem Erfahrungsaustausch und mit warmen Getränken und Kuchen und herzhaftem Gebäck ab. Die jüngsten hatten neue Einblicke in die Welt der Nistkastenbewohner machen können und die erfahrenen NABU-Mitglieder freuten sich an der guten Gemeinschaft und der tatkräftigen Unterstützung durch die Jüngsten und deren Väter.

 

Fledermaus-Exkursion

Am 15. Juni hatte der NABU Bürstadt zu einer Fledermaus-Exkursion in den Bürstädter Wald eingeladen. Etwa 50 kleine und große Naturfreunde nahmen an der Exkursion teil und ließen sich von der Welt der Fledermäuse begeistern. Nach einer kurzen Einführung in die Lebensweise der Fledermäuse wurde der Ausflug von Breitflügel-Fledermäusen beobachtet. Im Anschluss daran konnte in der Dunkelheit die Rufe von Fledermäusen mit Hilfe von
Ultraschall-Detektoren hörbar gemacht werden und die Sichtung einiger "Glühwürmchen" rundete denspätabendlichen Waldspaziergang ab.

Krötenrettung

Seit Tagen warten die Erdkröten in ihren Winterverstecken auf einsetzenden Regen.Denn
neben der warmen Witterung ist Feuchtigkeit die zweite Voraussetzung für die alljährlich
stattfindende Krötenwanderung.Hier in Bürstadt wandern die Tiere vom Wald über die
Wasserwerkstraße und den Boxheimerhof Richtung Westen in die Feldgemarkung um zu ihren
Laichgewässern zu gelangen.
Seit 2017 beteiligen sich der NABU- Bürstadt und viele freiwillige Helfer beim Einsammeln
der Tiere, bevor diese die Straße überqueren.Besonders erfreulich war die spontane Mithilfe
mehrere Familien mit ihren kleinen Kindern.So konnten 2017 ,255 Erdkröten
gerettet werden. Im letzten Jahr, 2018, waren es bereits 887 Tiere. Ab und zu war auch mal
ein Bergmolch oder ein Grasfrosch dabei. Die Art und Anzahl der Tiere wird dokumentiert um
verlässliche Zahlen gegenüber den Behörden zu haben.Trotz aller Mühe wurden letztes Jahr
131 Erdkröten von Autos überfahren oder starben am Barotrauma.Dabei platzen die Lungen der
Tiere durch den Druck den ein Auto erzeugt wenn es schneller als ca. 30 km/h an ihnen vorbei-
fährt. Aus diesem Grund wird auch mit Schildern auf Tempo 30 hingewiesen.
Wer dieses Jahr gerne mithelfen möchte sollte eine Warnweste, Taschenlampe und einen
Eimer mitbringen.Wer die Tiere nicht mit den bloßen Händen anfassen möchte sollte sich noch
Handschuhe mitnehmen.

Nistkastenreinigung

Bei sonnigem Winterwetter gab es eine "Staffelstab-Übergabe" der besonderen Art. Denn die Vogelfreunde Bürstadt hatten den NABU Bürstadt gebeten, die von ihnen aufgehängten und über Jahrzehnte vorbildlich betreuten Nistkästen im Bürstädter Wald zu übernehmen, um auch in Zukunft die regelmäßige Kontrolle und Reinigung dieser Nisthilfen zu gewährleisten. So kam es dazu, dass Heinz Eisenhauer Stäbe an die Helferinnen und Helfer des NABU Bürstadt überreichte, mit denen die Nistkästen zum Zwecke der Reinigung ab- und wieder aufgehängt werden können. In einem tatkräftigen Team aus insgesamt zehn Vogelfreunden und NABU-Aktiven ging es dann in Zweiergruppen an die Kontrolle und Reinigung der 150 Nistkästen.


Fahrradexkursion des NABU Bürstadt zur Weschnitzinsel von Lorsch

Am vergangenen Samstag hatte der Naturschutzbund (NABU) Bürstadt zu einer Fahrradexkursion zur Weschnitzinsel von Lorsch eingeladen. Dreizehn Naturinteressierte kamen mit dem Fahrrad zum vereinbarten Startpunkt der Exkursion und radelten nach einer kurzen Begrüßung nach Lorsch. Am Hans-Ludwig-Beobachtungsturm wurden sie von Christian Zurek vom Vogelschutzverein Lorsch empfangen, der ihnen sachkundig und sehr lebendig die Entwicklungen im Gebiet der Weschnitzinsel im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen schilderte. Mit Fernglas und Spektiv (Beobachtungsfernrohr) ausgerüstet konnten die Naturfreunde Grau- und Silberreiher, Nilgänse und Rehe und sogar einen Trupp von knapp zwanzig Kiebitzen entdecken. Besonders freute sich auch Christian Zurek über vier Rebhühner, die beim gemächlichen Überqueren des inzwischen für Mensch und Fahrzeuge gesperrten Weges zu beobachten waren. Bei einem weiteren Stopp im Osten des Gebietes konnte auch ein hier überwinternder Storch, ein rüttelnder Turmfalke und mehrere überfliegende Wacholderdrosseln beobachtet werden. Nach diesen vielfältigen Vogelsichtungen und den interessanten Ausführungen zur Entwicklung der Weschnithzinsel von Lorsch radelten alle wieder zurück nach Bürstadt, um dort mit einem gemeinsamen Mittagessen den Ausflug ausklingen zu lassen.

 


Herbstlicher Garten für Igel und Vögel

Wenn die Tage kürzer werden, ist es Zeit, den Garten winterfest zu machen. Manch ein Garten wird im Herbst mit viel Mühe "ordentlich aufgeräumt" und dabei oft versehentlich viele Rückzugsräume für kleine Gartenbewohner zerstört. Naturgärtner sind hier klar im Vorteil: Wer seinen Garten naturnah gestaltet, spart jede Menge Arbeit und hilft außerdem noch Igeln, Insekten und Co. Der NABU Bürstadt gibt Tipps, was vor dem Winter getan werden sollte, damit der Garten auch im kommenden Frühjahr wieder voller Leben ist.

 

„Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer Kulturlandschaft finden“, sagt Michael Held vom NABU Bürstadt. „Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen. Und für Gärtner ist das sehr entspannend, weil man viel weniger Arbeit hat.“ Wer Vögeln im Winter Futter bieten will, sollte abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden nicht abschneiden sondern stehen lassen. Auch Fallobst auf der Wiese und Wildobst an den Sträuchern sollte bleiben – so finden gefiederte Gartenbewohner auch bei Minusgraden einen reich gedeckten Tisch vor. Um Insekten über die kalten Monate zu helfen, sollte ein Laubhaufen im Garten angelegt werden. Im wärmenden Laub sind Marienkäfer und Laufkäfer vor Kälte geschützt. Solitärbienen überwintern in hohlen Ästen, im Boden oder in Stängeln von Stauden. Auch eine Insektennisthilfe bietet ihnen einen guten Überwinterungsplatz. Der Laubhaufen im Garten hilft nicht nur Insekten über den Winter. Er ist der Allrounder unter den Winterquartieren. Erdkröten und Igel schätzen das Laub als Schutz gegen Kälte, insektenfressende Tiere als Nahrungsquelle. Als Mulchschicht auf den Beeten schützt Laub die Pflanzen vor Frost und dient auch hier als Winterquartier für Insekten. Wer noch mehr für Igel tun will, kann ein Igelhaus bauen. Eine Anleitung gibt es unter www.NABU.de/igelhaus.

 

Beim Baumschnitt anfallende Äste und Reisig können ebenfalls zu einem Haufen aufgeschichtet oder als Benjeshecke angelegt werden. So eine Totholzhecke bietet Schutz und Lebenraum für viele Insekten und andere Kleintiere, wie Mäuse. Vögel finden hier auch im Winter so manchen Leckerbissen mit sechs oder acht Beinen. Es muss ja nicht gleich so groß sein wie die Totholzhecke auf dem Gelände des NABU Bürstadt; schon ein einfacher Haufen oder eine Hecke von ein bis zwei Metern bietet viele Unterschlupfmöglichkeiten. „Die Natur kennt keinen Abfall. Reisig, Laub, Fallobst, abgeblühte Stauden, die im Herbst anfallen, sind nahrhaft und nützlich für viele tierische Gartenbewohner“, sagt Michael Held, „Wer naturnah gärtnert und diese ,Abfälle‘ im Garten lässt, kann sich im Herbst entspannt mit einer Tasse Tee zurücklehnen und die Früchte seines Gartens genießen.“

 


Eichhörnchenjunges findet Pflegemutti

Vor wenigen Tagen wendete sich eine aufmerksame Familie an den Naturschutzbund (NABU) Bürstadt. Sie hatte nach dem Besuch des neu eröffneten Indoorspielplatzes nahe der Naturoase Lachgärten ein junges Eichhörnchen entdeckt. Mit noch geschlossenen Augen und so hilflos, dass es sich problemlos aufgreifen ließ, dachten die Finder als erstes an den NABU Bürstadt und riefen bei dessen Vorsitzenden Michael Held an. Der konnte auch gleich zur Fundstelle kommen und es stellte sich heraus, dass sich in der Umgebung kein Elterntier zeigte. Scheinbar hatte der Sturm in der Nacht zuvor den Eichhörnchenkobel zerstört. Da Held selbst aber auch noch keine Erfahrung mit der Aufzucht und Pflege von Eichhörnchen hatte, recherchierte seine Frau Iris im Internet, was denn zu tun sein. So kam es dazu, dass sie den etwa vier Wochen alten Findling als erste Notversorgungsmaßnahme wärmten und mit einer Lösung von Honig in Wasser tropfenweise stärkten. Außerdem nahmen sie umgehend Kontakt zu Tanja Schäfer auf, deren Kontaktdaten sie über die Homepage des Vereins Eichhörnchen Schutz erhalten hatten. Diese erklärte sich auch sofort bereit, das Jungtier in Pflege zu nehmen. So machten sich Iris und Michael Held gleich auf nach Dreieich, wo Tanja Schäfer auf dem Gelände des dortigen Tierheims wohnt. Sie konnte bestätigen, dass das kleine Eichhörnchen zwar gesund, aber noch mehrere Wochen pflegebedürftig ist. Mit geübten Griffen bot Schäfer dem Knirps in einer kleinen Kunststoffspritze vorgewärmte Spezialmilch für Eichhörnchen an, die auch gleich eifrig getrunken wurde. Zufrieden gesättigt kuschelte sich das junge Eichhörnchen aus Bürstadt wenig später zwischen vier weitere Eichhörnchen-Pfleglinge, so dass offensichtlich war, dass der Nagernachwuchs hier in besten Händen ist.