Buchtipps

Auf dieser Seite stellen wir von Zeit zu Zeit interessante Bücher rund um die Natur vor. Bestimmungsbücher, Naturführer, Nachschlagwerke, Aktionsleitfaden und andere Bücher zu verschiedenen Tier- und Pflanzengruppen bzw. zu anderen naturschutzrelevanten Themen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Grünlandtypen

"Grünlandtypen: Erkennen – Nutzen – Schützen" von Sturm | Zehm | Baumbach | von Brackel | Verbücheln | Stock | Zimmermann

Grünland-Ökosysteme entdecken

"Grünlandtypen: Erkennen – Nutzen – Schützen " von Peter Sturm und sechs weiteren Autoren führt ein in die Welt von Ökosystemen, die unsere Kulturlandschaft in besonderer Weise prägen: Grünland in seiner vielfältigen Ausprägung. Bei der Lektüre wird schnell klar, wie sehr diese Ökosysteme vom Handeln des Menschen abhängen. Ohne uns gäbe es sie heute in Deutschland zumindest in dieser Form nicht und ohne unser Handeln (Mähen, beweiden lassen) bleiben sie auch nicht erhalten. Auf der anderen Seite können wir durch unser Handeln auch viele Grünlandtypen zerstören, beispielsweise durch zu häufige Mahd,  zu starke Beweidung und durch Düngung. Das Buch will helfen, zunächst überhaupt erst einmal zu erkennen, welcher Grünlandtyp vor uns liegt. Erst mit diesem Wissen können wir den zweiten Schritt sinnvoll weitergehen und erkennen, durch welche Maßnahmen das entsprechende Ökosystem erhalten werden kann bzw. aufgewertet werden kann. Freilich werden auch gleich die Grenzen aufgezeigt: Es gibt fließende Übergänge zwischen unterschiedlichen Grünlandtypen, Unter-Typen und Mosaike verschiedener Grünlandtypen. Wer sich hierzu weiter einlesen will, der wird immer wieder auf weiterführende Literatur hingewiesen. Trotz dieser Einschränkung gibt das Werk allen Naturinteressierten einen äußerst guten Zugang zu diesen Ökosystemen und ihrer Dynamik. Durch Pflanzen-Tabellen, Bilder typisch ausgeprägter Wiesen, Fotos kennzeichnender Pflanzenarten, Verbreitungskarten und natürlich textlichen Beschreibungen von Kennzeichen, Artzusammensetzung, Standort, Verbreitung, Nutzung und Naturschutz lassen sich zumindest typisch ausgeprägte Flächen den entsprechenden Grünlandtypen zuordnen. Die Lektüre von "Grünlandtypen: Erkennen – Nutzen – Schützen " von Peter Sturm et al. Führt einem die Bedeutung des Grünlandes vor Augen und unsere Verantwortung für den Erhalt dieser oft sehr artenreichen Ökosysteme, die in besonders starkem Maße von unserem Handeln abhängen. So öffnet das Buch auch die Augen für die Vielfalt und Gefährdung von Grünland und animiert, beim nächsten Spaziergang bzw. der nächsten Radtour ganz bewusst in die Welt der Wiese einzutauchen und deren Vielfalt und Schutzbedürftigkeit wahrzunehmen. Somit ist "Grünlandtypen" ein empfehlenswertes Buch für Naturliebhaber/innen und alle, die sich privat oder beruflich im Naturschutz engagieren.

Faszinierende Pflanzengallen

"Faszinierende Pflanzengallen: Entdecken - Bestimmen - Verstehen" von H. Bellmann, M. Spohn und R. Spohn

Wundersame Wucherungen wahrnehmen

"Faszinierende Pflanzengallen: Entdecken - Bestimmen - Verstehen" von H. Bellmann, M. Spohn und R. Spohn beginnt mit einer -bewusst sehr allgemeinen- Definition, was unter einer Pflanzengalle zu verstehen ist und stellt daraufhin kurz gallenähnliche Bildungen an Pflanzen vor, die mit Pflanzengallen selbst verwechselt werden könnten. Dann werden systematisch alle Organismengruppen vorgestellt, die Pflanzengallen bilden können, was vornehmlich verschiedene Pilze, Milben und Insekten sind. Dabei wird immer wieder die oft sehr komplexe Wechselwirkung zwischen Gallenbildner und Wirtspflanze und teilweise weiterer Organismen wie in den Gallenbildnern parasitierenden Insekten aufgezeigt. Dies gilt auch für den ausführlichsten Teil, den Artteil, in dem nach Wirtspflanzen sortiert die Gallenbildungen in Bild und Text vorgestellt werden und auch deren Verursacher. So erfährt man beispielsweise, dass die im heimischen Garten entdeckten und bedenklich aussehenden, gelblich verfärbten Emporwölbungen auf den Blättern der Weinreben von der Rebenblattfilz-Gallmilbe verursacht werden und nicht schädlich für die Pflanze sind, sondern im Weinbau sogar eher als nützlich eingeschätzt werden, da sie die Raubmilbe ernähren, die wiederum die schädlichen Spinnmilben vertilgen. Die Bilder sind sehr aussagekräftig, so dass sich zusammen mit dem Begleittext beispielsweise die bei einem Waldspaziergang gesichteten Gallen der Buchenblatt-Gallmücke und der Eichenschwammkugel-Gallwespe problemlos zuordnen ließen. Auch mehrere gelbbraune "Scheiben" auf der Unterseite einiger Eichenblätter ließen sich schnell zwei Arten zuordnen: (den parthenogenetischen Generationen) der Eichenmünzen- bzw. der Eichenlinsen-Gallwespe. "Faszinierende Pflanzengallen: Entdecken - Bestimmen - Verstehen" von H. Bellmann, M. Spohn und R. Spohn ist also ein wirklich hilfreiches Buch für die Bestimmung von (etwa 450 verschiedenen) Gallen mit weit über 1000 Fotos und ergänzendem Glossar, Literaturverzeichnis und Hinweis auf relevante Internet-Seiten. Die Gliederung des Artteils alphabetisch nach wissenschaftlichem Namen der Wirtspflanze halte ich allerdings für wenig sinnvoll. Entweder man möchte einem wissenschaftlichen Anspruch gerecht werden und orientiert sich an den wissenschaftlichen Namen, sortiert dann aber bitte nicht nach Alphabet sondern nach Systematik, oder man möchte einem breiten Publikum ein Nachschlagewerk bieten und verwendet dann die deutschen Namen der Wirtspflanze. Es wäre meines Erachtens auch hilfreich, im Inhaltsverzeichnis ähnlich wie beim Teil mit den Pflanzengallen bildenden Organismen die Arten des Artteils aufzuführen. Von solchen kleinen die Gliederung bzw. das Inhaltsverzeichnis betreffenden Einschränkungen abgesehen, kann ich das Buch als Zugang zur Wahrnehmung dieser "wundersamen Wucherungen" nur empfehlen!

Die Federn der Vögel Mitteleuropas

"Die Federn der Vögel Mitteleuropas - Ein Handbuch zur Bestimmung " von Hans-Heiner Bergmann

Feder(n)leicht zuordnen

 

"Die Federn der Vögel Mitteleuropas - Ein Handbuch zur Bestimmung " von Hans-Heiner Bergmann ist ein gut 750seitiges Werk, das neben einer achtzehnseitigen Einführung zwei große Hauptteile von jeweils etwa 350 Seiten Umfang beinhaltet. Im ersten Hauptteil werden 330 in Mitteleuropa vorkommende Vogelarten vorgestellt mit Angaben zu Federmerkmalen, Vorkommen und Mauser, sowie ähnlichen Arten. Der zweite Hauptteil beinhaltet die Bildtafeln der entsprechenden Federn. Hier sind in der Regel je zwei unterschiedliche Handschwingen, Armschwingen und Steuerfedern abgebildet, sowie je nach Art einzelne weitere Federn, insgesamt also meist sieben oder acht Federn. Selbstverständlich wird bei den  entsprechenden Seiten aufeinander verwiesen. Wer also beispielsweise eine Feder bei einem Spaziergang findet und einen Verdacht hat, zu welcher Art bzw. zu welchen möglichen Arten sie gehören könnte, kann durch einen Abgleich mit den Federtafeln schnell sehen, ob die Vermutung stimmen kann. Die Angaben im Textteil zu genauen Abmessungen einzelner Federn und zu zeitlichem und habitatmäßigem Vorkommen der entsprechenden Art(en) geben weitere Hinweise, ob es sich um Federn der angenommenen Art handeln kann. Ich konnte beispielsweise auf Anhieb Federn folgender Arten problemlos zuordnen: Türkentaube, Ringeltaube, Elster, Weißstorch, Höckerschwan und Grünspecht; lediglich bei einer dunklen Gänsefeder war ich mir nicht schlüssig, zu welcher Vogelart sie gehört  (vermutlich Weißwangen- oder Kanadagans). Auf jeden Fall ermöglicht "Die Federn der Vögel Mitteleuropas - Ein Handbuch zur Bestimmung " von Hans-Heiner Bergmann für Einsteiger und Fortgeschrittene den Zugang zu einer Spurensuche der besonderen Art, nämlich die Anwesenheit von Vögeln festzustellen, wenn sie gar nicht mehr vor Ort sind. Das Handbuch ist somit äußerst empfehlenswert für alle Vogelinteressierten, die ihren Horizont erweitern wollen und bei Federfunden Vogelarten zuordnen können wollen.

Grundlagen der Feldbotanik

"Grundlagen der Feldbotanik - Familien und Gattungen einheimischer Pflanzen" von Rita Lüder

Formensprache lesen lernen

 

Das Buch "Grundlagen der Feldbotanik - Familien und Gattungen einheimischer Pflanzen" von Rita Lüder führt den interessierten Anfänger und den (werdenden) Experten in die vielfältige Formensprache der einheimischen Pflanzenwelt ein. Einige einleitende ganz kurze (je 1-2seitige) Darstellungen zum Aufbau einer Pflanze, zu unterirdischen Organen, Blatt(form), Blütenstand, Blütenformel, Frucht etc. führen wesentliche Merkmale und Begriffe ein, die für die Lektüre der weiteren Kapitel grundlegend sind. Dabei werden alle Begriffe durch farbige Beispielzeichnungen illustriert und erleichtern so gerade dem Einsteiger/ der Einsteigerin in die Feldbotanik das Verständnis. Dann folgen Schritt für Schritt oder genauer gesagt Familie für Familie und dazu bei ausgewählten Familien Gattung für Gattung die Erläuterung der zugehörigen charakteristischen Kennzeichen. Hier ist der Text wieder begleitet von farbigen Beispielzeichnungen und zusätzlich ergänzt durch Farbfotografien, die die erwähnten Kennzeichen beispielhaft zeigen bzw. häufig vorkommende Vertreter der Familien bzw. Gattungen zeigen. Dabei werden sowohl die bei der entsprechenden Familie bzw. Gattung durchgängig zu findenden Merkmale als auch die Varianz möglicher Merkmalsausprägungen aufgezeigt. Generell versucht die Autorin der Leserin/ dem Leser einen Blick "hinter die Kulissen" oder besser gesagt unter die Erde und in die Blüte zu gewähren, da das Werk ja einen Schritt weiter bzw. tiefer gehen will als einfache Bildvergleich-Bestimmungsbücher. Schließlich ist es ja kein Bestimmungsbuch, sondern ein (auch für den interessierten "Laien" verständliches) Lehrbuch. Besonders gelungen erscheinen mir die direkten Gegenüberstellungen von Merkmalen anderer Familien bzw. Gattungen, um Verwechslungsmöglichkeiten aufzuzeigen bzw. um Verwechslungen zu vermeiden. Das ganze Potential des Buches "Grundlagen der Feldbotanik - Familien und Gattungen einheimischer Pflanzen" von Rita Lüder erschließt sich natürlich erst, wenn man angeregt durch die Texte und Bilder ins Feld geht, erkundet und beobachtet, vergleicht und sich nach und nach die Formensprache der einheimischen Pflanzen erschließt. Hier ist das Buch eine wertvolle Hilfe. Damit der Drang, in die Natur aufzubrechen und das angeeignete Wissen anzuwenden noch verstärkt wird, soll demnächst ergänzend eine passende "Feldbotanik-App" erscheinen, die helfen soll, das Wissen systematisch zu trainieren und aufzubauen. Es ist zu wünschen, dass sie ihrem Anspruch gerecht wird. Die "Grundlagen der Feldbotanik" ist auf jeden Fall empfehlenswert für alle, die sich grundlegendes Wissen über die einheimischen Pflanzenfamilien aneignen bzw. es weiter ausbauen wollen. Mit diesem Buch und dem Studium am lebenden Objekt in der Natur wird dies sicherlich nach und nach gelingen!

Grundkurs Pilzbestimmung

"Grundkurs Pilzbestimmung - Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene" von Rita Lüder

 

Faszination Pilzwelt

 

"Grundkurs Pilzbestimmung - Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene" von Rita Lüder ist kein Fotovergleich-Bestimmungsbuch für ungeduldige Pilzsammler, sondern eine wunderbare Einführung in die Welt der (essbaren und nicht essbaren) Pilze hierzulande. Zwar werden auch alle häufigen Speisepilze und ähnlich aussehende giftige Arten durch farbige Zeichnung, Fotos und Beschreibung einzeln vorgestellt, doch bietet das Buch auch einen systematischen Bestimmungsschlüssel. Damit auch "Pilz-Neulinge" diesen Bestimmungsschlüssel sicher verwenden können, werden alle notwendigen Fachbegriffe leicht verständlich und durch charakteristische Fotos erläutert. Hilfreich ist auch, dass auf den Umschlags-Innenseiten die wichtigsten Bestimmungsmerkmale mit entsprechenden Skizzen in einer Übersicht zusammengestellt sind. Doch am spannendsten finde ich die umfangreichen Erläuterungen von Rita Lüder zur "Faszination Pilz", ihre Darstellungen zu den ökologischen Zusammenhängen, zur Lebensweise und systematischen Stellung der Pilze, ihre Hinweise zum Sammeln und Zubereiten von Pilzen und zu deren Gift- und Heilwirkung. Die Ausführungen sind fachkundig, gut verständlich und lassen eine Begeisterung für die Thematik und eine Liebe zur Natur erkennen. Das Buch "Grundkurs Pilzbestimmung - Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene" von Rita Lüder ist ein hervorragendes Werk zur systematischen Bestimmung von Pilzen und eine ansteckende Einladung, die vielfältige Welt der Pilze zu erkunden.

Die Orchideen Deutschlands

"Die Orchideen Deutschlands - Finden und Bestimmen" von Horst Kretschmar

Seltene Schönheiten

"Die Orchideen Deutschlands - Finden und Bestimmen" von Horst Kretschmar führt ein in die Welt der Pflanzengruppe der Orchideen. Kurze einleitende Kapitel zu typischen Lebensräumen, zum Vegetationszyklus der Orchideen, zu Bestäubung und Fruchtansatz bringen auch dem Orchideen-Neuling Besonderheiten dieser Pflanzengruppe näher. Die Ausführungen zur natürlichen Gliederung der Gattungen, und eine Auflistung sämtlicher Arten, Unterarten und Varietäten im Gebiet legen die Problematik einer stimmigen systematischen Einteilung und Zuordnung dar. In dem mit großem Abstand umfangreichsten Teil werden alle in Deutschland vorkommenden Arten auf je einer Doppelseite portraitiert, und das sind immerhin gut 80 Arten, auch wenn sehr viele der Arten nur noch in relativ wenigen Gebieten zu finden sind. Bei den Artenportraits finden sich im Textteil Angaben zu vegetativen und Blütenmerkmalen, zu Vegetationszyklus, Ökologie, Varitationsbreite und zu Schutz und Gefährdung. Den Text begleiten drei bis fünf Farbfotos der jeweiligen Art, anhand derer man die wesentlichen Merkmale und gegebenenfalls typische Beispiele für die Variationsbreite erkennen kann. Hilfreich ist außerdem eine kleine Verbreitungskarte und ein Infofeld, auf dem sich die Monate der Vegetationsphase und der Blühzeit finden ebenso wie die prozentuale Verbreitung und ganz kurz gefasst in einer Buchstaben-Zahlen-Codierung Angaben zur Ökologie (typischer Biotoptyp, Feuchtigkeits- und Lichtbdarf etc.). Auch das reich bebilderte Kapitel zu Früchten, Frucht- und Samenständen ist eine wertvolle Ergänzung, da hiermit Arten auch nach der Blühphase zugeordnet werden können. Dem Teil mit den Artenportraits ist natürlich ein Bestimmungsschlüssel vorangestellt, der anhand von Blütenmerkmalen zunächst zu den (26) Gattungen führt und in der Folge zu den dazugehörigen Arten. Das Buch "Die Orchideen Deutschlands - Finden und Bestimmen" eröffnet wunderbar bebilderte Einblicke in die Welt der Orchideen Deutschlands und macht auch sehr deutlich, wie sehr diese blühenden Schönheiten bei uns bedroht sind: Auf den Verbreitungskarten sind nämlich in unterschiedlicher Färbung die Vorkommen der jeweiligen Art vor und nach 1980 dargestellt, und dabei ist letztere nie umfangreicher als erstere. Typischerweise hat die Verbreitung auf größenordnungsmäßig die Hälfte abgenommen, oft noch deutlich drastischer. Und seit 1980 ist die Verbreitung der meisten der Orchideenarten sicherlich noch weiter deutlich zurückgegangen. Dieses Buch ist also eine lesens- und sehenswerte Einladung zur Erkundung von seltenen Schönheiten Deutschlands.

Der Kosmos Insektenführer

Der Kosmos Isektenführer Heiko Bellmann

 

Vielfältiger Einblick in die faszinierende Welt der Insekten

Der Kosmos Insektenführer von Heiko Bellmann ist ein gelungenes Werk, das die Vielfalt der Insekten in über 1400 Farbfotos aufzeigt und eine gute erste Bestimmungshilfe ist. Natürlich kann ein einziges Buch nicht alle der deutlich über 300.000 Insektenarten Deutschlands aufführen. Allerdings sind alle wesentliche Insektengruppen dargestellt und alle häufigen Arten in Bild und Text zu finden. Bei vielen Insektenfamilien sind stellvertretend einige der häufigeren Arten dargestellt, so dass eine grobe Bestimmung möglich wird und die Formenvielfalt innerhalb der entsprechenden Insektenfamilie angedeutet werden kann. Beispielsweise sind für die mit über 3300 heimischen Arten besonders artenreiche Familie der Schlupfwespen (Ichneumonidae) stellvertretend 5 Arten dargestellt - von einer nur 3-5mm großen Schlupfwespenart bis hin zur Riesenschlupfwespe Dolichomitus imperator, die eine Größe von bis zu 35mm erreichen kann. Zur ersten Grobbestimmung dienen sechs Abbildungsseiten mit halbschematischen Zeichnungen auf den (ausklappbaren) Umschlagseiten, die beispielsweise zur Ordnung der Heuschrecken bzw. zur Ordnung der Eintagsfliegen je drei Zeichnungen bieten, die mehr oder weniger intuitiv die richtige Zuordnung zu der entsprechenden Insektenordnung erlauben. Ergänzend dazu kann die kurze textliche Hinführung zu den verschiedenen Ordnungen zusätzliche Gewissheit verschaffen, zu  welcher Familie ein zu bestimmendes Insekt gehört. Die weitere Bestimmung erfolgt per Durchsicht der Bildseiten; dies sind bei den Heuschrecken beispielsweise 12 Doppelseiten (immer links der Text und rechts 5-8 Farbfotos) und insgesamt 62 Arten. Eine sichere Bestimmung gerade auch von selteneren Arten erfordert dann natürlich das Hinzuziehen von Spezialliteratur, auf die im Kosmos-Insektenführer auch für alle Insektengruppen hingewiesen wird. Mit dem Kosmos Insektenführer von Heiko Bellmann lassen sich die meisten der auf einem Spaziergang oder im heimischen Garten zu findenden Insekten also ohne Vorkenntnisse bestimmen. Außerdem zeigen die hervorragenden Fotos die faszinierende Formen- und Farbenvielfalt unserer heimischen Insekten auf. Erfreulich uns interessant ist auch, dass die kurzen Texte zu den verschiedenen Insektenarten neben Angaben zu Kennzeichen und Vorkommen in den meisten Fällen unter der Rubrik "Wissenswertes" Hinweise zu besonderen Verhaltensweisen der jeweiligen Art beschreiben. So wird dem Leser des Kosmos-Insektenführers schnell deutlich: Nicht nur die Formenvielfalt der Insekten ist erstaunlich, auch deren vielfältigen Lebensweisen tragen wesentlich zur Faszination der Insektenwelt bei.

Die Raubfliegen Deutschlands

"Die Raubfliegen Deutschlands - Entdecken – Beobachten -Bestimmen" von Wolff/ Gebel/ Geller-Grimm

Nahaufnahme geflügelter Klein-Jäger

"Die Raubfliegen Deutschlands - Entdecken – Beobachten -Bestimmen" von Wolff/ Gebel/ Geller-Grimm schärft den Blick für eine spezielle Insektengruppe. Denn mit weniger als 100 Arten in Deutschland sind die wärme- und trockenheitsliebenden Raubfliegen keine der artenreichsten Insektengruppen. Auch ihr Äußeres wird der durchschnittliche Naturfreund nicht unbedingt sofort als "schön" bezeichnen; da erfreuen sich eher Schmetterlinge oder Hummeln einer breiten Beliebtheit. Aber faszinierend sind sie schon. Das bringen die Autoren dieses Buches dem Leser durch ihre detailreichen Darstellungen in Wort und Bild näher. Im allgemeinen Teil (von Danny Wolf) werden unter anderem Stammsentwicklung, Individualentwicklung, sowie Lebensweise und Verhalten der Raubfliegen dargestellt. Der Bestimmungsteil (von Fritz Geller-Grimm) mit wissenschaftlichem Bestimmungsschlüssel bietet in der Regel zwei (in wenigen Ausnahmefällen auch drei) Merkmalsalternativen, die zu vergleichen sind. Da es sich hierbei oft um kleine Details wie Eigenschaften in der Flügeläderung, Form einzelner Bein- oder Fühlerglieder oder Details bei den Genitalien handelt, benötigt man für die Bestimmung ein totes Tier und  Handlupe oder Auflichtmikroskop oder aber mehrere hoch auflösende Makrofotos einer Art. Am umfangreichsten ist der Teil mit den Artportraits (von Danny Wolf mit Fotos von Markus Gebel). Hier werden sämtliche in Deutschland vorkommende Raubfliegenarten portraitiert. Die jeweilige Textseite enthält Angaben zu äußeren Merkmalen, Flugzeit, Verbreitung, Lebensraum und Biologie und außerdem eine kleine Verbreitungskarte. Der Textseite ist ein ganzseitiges Makrofoto der jeweiligen Art gegenübergestellt. Für mich persönlich machen gerade diese brillanten Fotos den besonderen Reiz dieses Buches aus. Hier werden einem die typischerweise 1-2cm großen Insekten in seitlicher Aufnahmeposition mit allen Härchen und Borsten etwa zehnfach überlebensgroß nahe gebracht - in der Regel wie gesagt keine klassischen Schönheiten, aber faszinierende Wesen. "Die Raubfliegen Deutschlands" ist ein gelungenes Gemeinschaftswerk, das zur Beschäftigung mit einer speziellen Insektengruppe einlädt und dazu, diese zu entdecken, beobachten und zu bestimmen.

Unsere Vögel und ihre Stimmen

"Unsere Vögel und ihre Stimmen: 100 heimische Arten kennenlernen mit dem Kosmos-Soundmodul" von Felix Weiß

Gelungene Kombination

Das Buch "Unsere Vögel und ihre Stimmen" von Felix Weiß begeistert durch hervorragende Aufnahmen in Ton und Bild. Durch das herausnehmbare Soundmodul kann man sich die Stimmen von insgesamt 100 heimischen Vogelarten immer wieder anhören und auch in der Natur mit dort gehörten Stimmen direkt vergleichen. Somit ermuntert dieses Buch nicht nur zum Schmökern daheim, sondern auch zum Gang in die Natur. Auch die Texte und die brillanten Fotografien und die Zeichnungen machen Freude und Lust, in die Natur zu gehen. Die großformatigen Farbfotos sind hierbei besonders hervorzuheben: Greifvögel im Flug, Wasservögel mit Beutefischchen und Singvögel, die sich im Wasser spiegeln seien hier als Beispiele genannt. Mein Favorit unter den Fotos ist der Mauersegler, der genau in dem Moment fotografiert worden ist, in dem die Erbeutung einer kleinen Fliege in der Luft direkt bevorsteht. Leider fehlen ein paar Arten, für deren Unterscheidung zu sehr ähnlichen Arten die Stimme entscheidend hilft: So wird zwar der Garten- aber nicht der Waldbaumläufer und ebenso zwar das Winter- aber nicht das Sommergoldhähnchen vorgestellt. Dafür findet man Arten, die bei anderen Vogelstimmenzusammenstellungen oft fehlen, beispielsweise  der Ziegenmelker und der Seidenschwanz. Insgesamt ist das Werk "Unsere Vögel und ihre Stimmen" eine gute Kombination von Soundmodul und Buch mit Bildern, das einlädt, in die Natur zu gehen und sich an ihr zu erfreuen.

Vögel: Begegnungen mit 30 Arten

"Vögel: Begegnungen mit 30 Arten" von Ulrich Schmid

 

Liebgewonnene Erinnerungen

Das Buch "Vögel: Begegnungen mit 30 Arten" von Ulrich Schmid ist ein außergewöhnliches Buch für Vogelliebhaber. Hier wird nicht Vogelart nach Vogelart nach immer gleichem Schema beschrieben, ein- und zugeordnet, vermessen und kartografisiert. Hier werden Anekdoten erzählt, geschichtliche Kuriositäten berichtet und persönliche Zugänge zu ausgewählten Vogelarten vorgestellt. Gerne zitiert Ulrich Schmid hierfür beispielsweise aus älteren Werken, so etwa, was der Ornithologe (Vogelkundler) Curt Floericke 1887 zu dem damaligen "Reichgesetz zum Schutz der Vögel" angemerkt hat (und was heute durchaus wieder aktuell wirkt) oder wie der Ornithologe Johann Friedrich Naumann im Jahre 1883 treffend beschreibt, wie Rauchschwalben Insekten jagen. Auch Dichter kommen immer wieder zu Wort, so dass wir lesen können, was Wilhelm Busch über den Waldkauz geschrieben hat und wie William Shakespeare in Macbeth das Treiben der Schwalben verewigt hat. Doch auch aktuelle Studien werden vorgestellt, so dass im Vergleich der historischen mit aktuellen Beobachtungen langjährige Entwicklungen besonders deutlich werden. Bei einigen Arten verrät uns der Autor auch den Hintergrund des wissenschaftlichen oder des deutschen Namens. Bei der Auswahl der Vogelarten setzt der Autor weitgehend auf bekannte Arten wie Amsel, Nachtigall, Wanderfalke, Rabenkrähe und Rotkehlchen. Hier erfährt man an dem gewählten bekannten Beispiel oft Überraschendes und Grundlegendes beispielsweise zu Zugverhalten, Gesangsvariationen und evolutionären Anpassungen. Neben den "Allerweltsarten" werden auch Neozoen (sich neu in unserer Region ansiedelnde Arten) und Exoten wie Nilgans und Gelbkopfamazone vorgestellt. Die originellste Art ist der "Urvogel" Archaeopteryx, über den wir Historisches erfahren und auch aktuelle Vergleichsfunde aus den letzten Jahren vorgestellt bekommen. Ergänzt werden die Texte durch je eine ganzseitige farbige Darstellung des entsprechenden Vogels und in der Regel eine weitere Schwarzweißzeichnung, die beispielsweise ein Verhalten illustriert oder etwa eine Feder oder das entsprechende Eigelege darstellt. Das Buch "Vögel: Begegnungen mit 30 Arten" von Ulrich Schmid ist ein liebevoll gestaltetes Buch für Vogelliebhaber und alle, die es werden wollen.

Fitschen - Gehölzflora

"Fitschen - Gehölzflora" von Peter A. Schmidt / Bernd Schulz; 13., völlig neu bearbeitete Auflage

Wissenschaftliche Gehölzbestimmung

 

Die "Fitschen-Gehölzflora" ist ein umfangreiches (etwa 1000seitiges) Bestimmungsbuch für heimische und bei uns häufig in Wäldern, Parks und Gärten zu findende Bäume und Sträucher. Dabei führen unterschiedliche Bestimmungsschlüssel zur "groben" Bestimmung beispielsweise auf das Niveau der Gattungen oder Familien. Ein Bestimmungsschlüssel nutzt hierzu vegetative Merkmale, ein zweiter die Blüten, einer die Früchte und wieder ein anderer Merkmale sommergrüner Gehölze im Winterzustand, also unter anderem die Knospen und Rinde. In einem zweiten Schritt wird man zu Kapiteln zu den einzelnen Gattungen geführt, wo sich dann Schlüssel zum Bestimmen der Arten finden. All dies ist sehr systematisch und wissenschaftlich, und somit ist die "Fitschen-Gehölzflora" sicherlich ein hervorragendes Werk für Studierende und Fachleute, was auch durch die Tatsache unterstrichen wird, dass es dieses Werk schon seit fast 100 Jahren gibt (seit 1920) und inzwischen bereits die 13. Auflage vorliegt! Für den Laien, der sich nicht in die umfangreiche Fachterminologie einarbeiten möchte und zum Bestimmen von Bäumen und Sträuchern nicht die Lupe mitnehmen möchte ist dieses Buch nicht geeignet. So zieren auch die einzigen Farbfotos den Umschlag; im Inneren finden sich neben dem Text allerdings eine Vielzahl von Detailskizzen, die eine Fülle von unterschiedlichen Blatt- und Fruchtformen, Ast- und Knospenstellungen, Blütenständen und vielem anderem mehr illustrieren. Ein gewichtiges Fachbuch, das sich bewährt hat, aber kein Buch für das breite Publikum.

Greifvögel und Eulen

"Greifvögel und Eulen - Die Arten Nordwesteuropas" von Paul Böhre, Joris De Raedt, Joris De Raedt

Ein Buch, das Freude macht!

Dieses Buch ist haptisch, optisch und inhaltlich von sehr hoher Qualität. Der kräftige Hardcovereinband ist geziert von einem wundervollen Steinkauz-Bild und die inneren Einbandseiten überraschen mit originellen schematisierten Portraits aller in dem Buch behandelten Greifvögel und Eulen. Die beeindruckenden Illustrationen von Joris de Raedt zeigen für jede Art zunächst eine ganzseitige Abbildung bzw. bei entsprechend ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus ein Paar adulter Individuen. Diesen ganzseitigen Abbildungen sind jeweils Ausführungen von Paul Böhre zur jeweiligen Art gegenübergestellt, die oft persönliche Beobachtungserlebnisse beinhalten und eine Verbreitungskarte. Dann folgt eine Doppelseite mit einigen Abbildungen, die beispielsweise jagende Individuen, Jungvögel, Federn, Gewölle oder Farbvarianten zeigen. Dann folgt eine Seite mit einem "Steckbrief", der eine Übersicht über Körpermaße, Ruf, Brutzeit, Bestandentwicklung und Lebenserwartung gibt. Auf der abschließenden Seite werden die Beutetiere genannt und mit Schattenbild dargestellt und in der Rubrik "Wissenswertes" interessante Hinweise zu Besonderheiten in der Färbung und vor allem zum Verhalten gegeben. Ergänzt werden die Artenportraits durch kurze Kapitel mit Beobachtungstipps zu den Greifvögeln und zu den Eulen und einem Kapitel, in dem die Eier sämtlicher behandelter Arten in Originalgröße abgebildet sind. Auch diese Kapitel sind fachkundig und mit Liebe zum Detail erstellt und in hoher Qualität gedruckt. Bei diesem Buch merkt man die Liebe zu den Greifvögeln und Eulen gleichermaßen wie die Freude daran, ein wirklich gutes Druckerzeugnis zu entwickeln. Zeichenkunst, Druckkunst und Sachkenntnis sind hier zu einem äußerst erfreulichen Gesamt-(Kunst-)Werk zusammengekommen!

 

Handbuch der Fledermäuse Europas

"Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas" von Christian Dietz und Dietmar Nill

 

Faszinierend

Das Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas stellt auf ca. 400 großformatigen Seiten fachkundig und detailreich und trotzdem verständlich das Wissen zur Biologie der Fledermäuse und zu allen in Europa vorkommenden Fledermausarten dar. Dabei ergänzen sich kenntnisreiche Texte, hilfreiche Zeichnungen, wissenschaftliche Grafiken und viele beeindruckende Fotos perfekt. Arten, die lediglich auf einzelnen Mittelmeerinseln oder in Nordafrika leben, werden auf 2-3 Seiten dargestellt, die in Deutschland vorkommenden Fledermäuse werden jeweils auf 4-8 Seiten portraitiert. Angaben zu Kennzeichen, Ortungslauten, Verbreitung (inklusive Verbreitungskarte) und Lebensraum der vorgestellten Art werden unter anderem ergänzt durch Hinweise zu deren Verhalten, Fortpflanzung, Nahrung, Ortswechsel und Wanderungen. Mögliche Schutzmaßnahmen, offene Fragen und spezielle Literatur schließen die Artkapitel ab. Ein wissenschaftlicher Bestimmungsschlüssel mit vielen Detailfotos beispielsweise von Fledermaus-Ohren und -Nasen und Zeichnungen von Fledermaus-Gebissen erlaubt dem Fachmann eine Zuordnung aller Arten. Bei den allgemeinen Kapiteln beispielsweise zu Flug, Echoorientierung, Beutefang und Nahrung der Fledermäuse werden die Themen detailliert und fundiert dargestellt und durch Detailfotos, schematische Zeichnungen und Gafiken unterstützt. Das Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas bietet dem interessierten Laien eine wunderbare Einführung in diese faszinierende Tiergruppe und hält auch für Fachleute sicherlich noch viele neue Erkenntnisse (und Literaturhinweise) bereit. Dieses hochwertige Buch ist durch seinen kenntnisreichen Inhalt, seine professionelle Aufmachung, seine wunderbaren Fotos (beispielsweise von fliegenden und beutefangenden Fledermäusen) und die vielen Zusatzinformationen in Form von Grafiken, Zeichnungen und Literaturhinweisen (160 allgemeine und zu jeder Art jeweils mehrere zusätzliche) ein äußerst empfehlenswertes Kompendium für alle Fledermausfreunde und solche, die es werden wollen!

Die Vögel Mitteleuropas im Flug bestimmen

"Die Vögel Mitteleuropas im Flug bestimmen" von Wolfgang Fiedler,‎ Hans-Joachim Fünfstück,‎ Werner Nachtigall

Interessante Ergänzung zu "klassischen" Vogelbestimmungsbüchern

 

Das als Bestimmungsbuch gedachte Werk "Die Vögel Mitteleuropas im Flug bestimmen: 468 Arten sicher erkennen und zuordnen" ist eine wunderbare Ergänzung zu herkömmlichen Bestimmungsbüchern. Es zeigt zu den vorgestellten Vögeln jeweils ein bis zwei Fotos der jeweiligen Art mit hilfreichen Beschriftungen innerhalb der Fotos beispielsweise zu wichtigen Erkennungsmerkmalen. Wenn auf einem Bild mit einem Trupp fliegender Individuen einer Art beispielsweise Vögel mit Pracht- und mit Übergangskleid oder mit Jugendkleid zu sehen sind, wird selbstverständlich auch darauf hingewiesen. Teilweise zeigen die Abbildungen einzelne Individuen, wodurch die Details besser zu sehen sind, teilweise sind Trupps von zwei bis über zehn Tieren abgelichtet, wodurch Individuen mit unterschiedlicher  Flügelstellung zu sehen sind, was für die Bestimmung hilfreich ist. Neben den Abbildungen finden sich knapp gehaltene Informationen zu Flügelspannweite, Fluggeschwindigkeit und teilweise zur Flügelschlagfrequenz, was für die Bestimmung vielleicht nicht notwendig ist, aber doch eine nette Ergänzung darstellt. Die Angaben zur Flugweise, Stimme und ähnlichen Arten stellen hingegen wichtige Hinweise für die Bestimmung fliegender Tiere im Freiland dar. Besonders gelungen finde ich die Verwendung von QR-Codes zu den im Flug vorgetragenen Rufen oder Gesängen. So kann  man auch im Freien schnell die Stimme mit Beispiel-Aufnahmen vergleichen, was hilfreich ist, da die ebenfalls zu findende textliche Umschreibung der Laute nicht die gleiche Aussagekraft besitzt wie die Tonbeispiele. Die "Beobachtungstipps" am Ende der Portraits runden die Darstellung ab, indem sie Hinweise geben, wann und wo sich eine Suche nach der entsprechenden Art lohnen könnte.  Für sich allein genommen ersetzt dieses Buch meines Erachtens keine guten klassischen Bestimmungsbücher, da auch diese ja Abbildungen von Individuen im Flug zeigen. Allerdings bietet es dem interessierten Vogelbeobachter interessante und hilfreiche zusätzliche Informationen und Einblicke zu den behandelten Arten und in einem gesonderten Kapitel auch zu 15 unterschiedlichen Flugarten und Flugmanövern von Vögeln. Alles in allem nicht zuletzt wegen der QR-Codes zu den Stimmen ein Buch, das all denjenigen empfohlen werden kann, die über die reine Artbestimmung hinaus Interesse an heimischen Vögeln und am Vogelflug haben.

 

Die Vögel Mitteleuropas im Portrait

Die Vögel Mitteleuropas im Porträt - Alles Wissenswerte zu über 600 Arten (von Hans-Joachim Fünfstück und Ingo Weiß)

Komprimierte Informationsquelle

Das Nachschlagewerk "Die Vögel Mitteleuropas im Porträt - Alles Wissenswerte zu über 600 Arten" ist eine wertvolle Fundgrube an kompakt zusammengestellten Detailinformationen zu allen in Mitteleuropa vorkommenden Vogelarten, auch zu solchen, die lediglich (sehr) selten als Gastart in Mitteleuropa zu sichten sind. Es ist kein Handbuch mit ausführlichen Informationen zu jeder Art und auch kein Bestimmungsbuch, vielmehr bietet das Buch in knapper Form über die in einem Bestimmungsbuch zu findenden Angaben hinaus gehende Informationen beispielsweise zur Brutbiologie und zur Gefährdung der jeweiligen Art. Wem also die in seinem Bestimmungsbuch zu findenden Informationen über eine Vogelart nicht ausreichen und sich trotzdem kein umfangreiches, mehrbändiges (und teures) Handbuch kaufen möchte, dem sei dieses Werk empfohlen. Die Angaben zur Brutbiologie werden ergänzt durch eine schematische Jahresübersicht zu Anfang und Ende von Anwesenheit, Durchzugszeiten und Brutzeit der Art. Sogar die Zeiträume zu postjuveniler Mauser, Teil- und Vollmauser sind hier zu finden. Dadurch erhält der interessierte Vogelbeobachter wertvolle Hinweise, in welchen Zeiträumen welche Beobachtungen bei einer bestimmten Art gemacht werden können. Als kleines "Bonbon" finden sich unter der Rubrik "Besonderes" bei vielen Arten zusätzlich Hinweise beispielsweise zu auffälligen Verhaltensweisen oder Bestandstrends. So findet man etwa beim Teichhuhn die Angabe, dass bei dieser Art die Jungvögel der ersten Brut oft als Helfer bei der Aufzucht der Jungen der zweiten Brut fungieren und beim Gartenrotschwanz, dass hier das Männchen dem Weibchen bei der Balz mit gefächertem Schwanz potentielle Brutplätze zeigt. Das Buch "Die Vögel Mitteleuropas im Porträt" ist also in Ergänzung zu einem guten Bestimmungsbuch eine wertvolle zusätzliche Informationsquelle für den interessierten Vogelbeobachter; alleine schon die schematischen Jahreszyklus-Darstellungen zu Brut-, Zug und Mauserzeiten sprechen für den Kauf dieses Buches.

Grundkurs Gehölzbestimmung

Grundkurs Gehölzbestimmung - Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene (von Rita Lüder)

Fundgrube mit Liebe zum Detail

Dieses Buch von Rita Lüder ist mehr als ein reines Bestimmungsbuch für Bäume und Büsche. Natürlich ist es auch ein Bestimmungsbuch nach allen Regeln der Kunst: Bestimmungsschlüssel nach Blattmerkmalen, nach Blütenmerkmalen, anhand der Früchte und im Winterzustand bieten gleich vier unterschiedliche Wege zur Bestimmung von Gehölzen. Da diese "Regeln der Kunst" für den Anfänger nicht selbst erklärend sind, führt der Grundkurs Gehölzbestimmung systematisch in den Grundbauplan einer höheren Pflanze ein, von den unterirdischen Organen bis hin zu den Früchten und zwar mit schematischen Zeichnungen, denen entsprechende Fotos gegenübergestellt werden, etwa bei dem Blatt als Bestimmungsmerkmal, mit detailliert bezeichneten halbschematischen Abbildungen beispielsweise zum Blütenaufbau und mit unzähligen aussagekräftigen Fotos, bei denen oftmals "Lupen" Ausschnittsvergrößerungen von bestimmungsrelevanten Details bieten. So kann sich der interessierte Einsteiger nach und nach zum "Profi" fortbilden und das Werk bleibt seinem Untertitel treu: "Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene". Dass die Hinweise im Text auf mögliche Schwierigkeiten etwa bei der Bestimmung von Gehölzen im Winter zumindest für Einsteiger durchaus ernst zu nehmen sind, merkt selbiger bald beim Selbstversuch. Das Buch motiviert, im Freiland den Grundkurs nach der Lektüre durch eigene Beobachtung und Anwendung der Theorie in der Praxis fortzuführen und zu vertiefen. Darüber hinaus stellt die Autorin verschiedene Waldgesellschaften wie Buchenwälder, Auwälder und Erlenbruchwälder vor mit ihren komplexen ökologischen Wechselwirkungen und bietet kleine Exkurse in Themen wie Baumpflege, Geschichte des Waldes in Mitteleuropa und die Lebensgemeinschaft von Baum und Pilz. Durch Sachkenntnis, die sehr vielen (Detail-) Aufnahmen, hilfreichen (halb-) schematischen Abbildungen und die Liebe zum Detail wird der "Grundkurs Gehölzbestimmung" eine Fundgrube für interessierte Laien und wertvolle Hilfe für Profis. Außerdem lässt Rita Lüders bei aller Wissenschaftlichkeit und fachlichen Prägnanz immer wieder auch ihre Faszination für das Lebewesen Baum und seine mit ihm wechselwirkende Umgebung durchscheinen. Eine bereichernde Lektüre für alle, die sich auch für Details und Unterscheidungsmerkmale interessieren und natürlich eine wertvolle Bestimmungshilfe für heimische Gehölze!

"Wir tun was für Bienen"

Wir tun was für Bienen: Wildbienengarten, Nisthilfen und Stadtimkerei

(von Cornelis Hemmer,‎ Corinna Hölzer)

Engagiertes Plädoyer für eine wichtige Tiergruppe!

In diesem Buch wirbt das Autoren-Paar Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer für mehr und vielfältigere Natur auf Balkonen, in Gärten, landwirtschaftlich geprägten Gebieten und Innenstädten. Honigbienen und Wildbienen sollen wieder Lebensräume haben, und wir Menschen dürfen uns an bunt blühender Vielfalt, "wilden" Ecken und Flächen und eben an den unterschiedlichsten Bienenarten erfreuen.
Damit es nicht bei gut gemeinten Sympathiebekundungen bleibt, zeigen die Autoren Zusammenhänge und gegenseitige Abhängigkeiten in den Lebensräumen auf, in denen Bienen zu finden sind. Außerdem werden ganz unterschiedliche Ideen aufgezeigt, wie jeder einzelne ganz konkret etwas für (Wild-) Bienen tun und "kleine Zeichen" setzen kann. Kräuterspiralen, bepflanzte Baumscheiben, Dachbegrünung und künstliche Nisthilfen - fachkundig ausgeführt - seien hier als Beispiele genannt. Auch die Aufgabenverteilung im Honigbienenvolk, der Lebensweg der Arbeitsbiene, die Kommunikation und unterschiedliche Gefährdungen der Honigbiene werden leicht verständlich dargestellt. In einem eigenen Kapitel zur Imkerei werden verschiedene Formen bzw. "Philosophien" des Imkerns kurz vorgestellt und hilfreiche Hinweise gegeben für alle, die sich überlegen, in dieses faszinierende Hobby einzusteigen. Nicht zuletzt geht es um das Verhältnis von Mensch und Biene, den gegenseitigen Nutzen und die Verantwortung der Gesellschaft. Das letzte Kapitel macht nochmals deutlich, aus welcher Motivation und zu welchem Ziel dieses Buch geschrieben ist. Die Initiative "Deutschland summt" wird vorgestellt und zum Mitmachen animiert. Denn dieses Buch ist kein Imker-Handbuch oder Wildbienen-Bestimmungsbuch, sondern eines, das Sympathien für die Bienen wecken will, Anregungen für mehr Natur im eigenen Umfeld gibt und anstiften will, sich mit konkreten kleinen Schritten auf den Weg zu machen für eine Umwelt, in der Bienen und Menschen voneinander profitieren und gut miteinander leben können.


Bienen, Wespen, Ameisen

Bienen, Wespen, Ameisen: Staatenbildende Insekten Mitteleuropas Taschenbuch

(von Heiko Bellmann)

Fundierte Einführung in die faszinierende Welt der Hautflügler!

Wer sich für die ausgeklügelten Überlebensstrategien der verschiedensten Hautflüglerarten interessiert und wissen möchte, wovon sich die Angehörigen einzelner Hautflügler-Familien und deren Larven ernähren, wer erfahren will, was bevorzugte Lebensräume und günstige Beobachtungsbedingungen für Wespen, Bienen und Ameisen sind, dem sei dieses Werk wärmstens empfohlen! Nach einer fundierten und gut verständlichen Einführung in Körperbau und Bestimmungsmerkmale dieser Insektengruppe, Hinweisen zu Gefährdung und Schutz von Hautflüglern wird auf die Schwierigkeit einer exakten Artbestimmung hingewiesen, die ohne zusätzliche Spezialliteratur (und hier werden entsprechende Werke angegeben) kaum möglich ist. Somit ist das Buch auch nicht primär ein Bestimmungsbuch, auch wenn die unterschiedlichen Familien anhand von häufiger vorkommenden Arten exemplarisch vorgestellt werden und somit eine Bestimmung der häufigsten Arten sehr wohl möglich ist. Der Fokus dieses Buches liegt auf der Darstellung der Lebensweise oder genauer gesagt, der äußerst vielgestaltigen Lebensweisen der verschiedenen Vertreter dieser Insektengruppe. Dabei wird die textliche Beschreibung der Strategien durch hervorragende Makroaufnahmen perfekt ergänzt. Wegwespen, die eine Spinne zum Nistplatz transportieren, Soldaten und Arbeiterinnen der Bleichen Soldatenameise inklusive Königinnen-Puppen, eine Gemeine Schornsteinwespe beim Nestbau, die Bildreihe einer Sandwespe mit erbeuteter Spannerraupe, die ins Nest hineingezogen wird, Portraitaufnahmen von Bienen, Mauerbienen beim Nestverschließen und Schneckenhausbienen beim Anbringen von "Pflanzenelementen" an Schneckenhäusern seien hier als Beispiele für die Illustration faszinierender Beobachtungen genannt. Dieses Buch führt in die oftmals überraschende Lebenswelt von Bienen, Wespen und Ameisen ein und macht Lust auf Naturbeobachtungen und die Entdeckungen komplexer Beziehungen verschiedener Insektenarten untereinander. Ein kleiner Wermutstropfen bei diesem Buch ist die meines Erachtens unnötig geringe Schriftgröße, die den Lesegenuss ein wenig schmälert. Ansonsten kann ich dieses Werk all denjenigen empfehlen, die einen näheren Blick werfen wollen auf diese vielfältige Insektengruppe und die in ihre Lebenswelt eintauchen möchten.


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