Umweltschonend Wäsche waschen

Mit kleinen Maßnahmen deutlich weniger Strom und Waschpulver verbrauchen

 

Ungefähr seit den 1960er Jahren genießen wir den Komfort, unsere Wäsche vollautomatisch mit Hilfe einer erschwinglichen Waschmaschine waschen zu können, statt dies mühsam mit der Hand erledigen zu müssen. Wir haben uns schnell daran gewöhnt, und es ist kaum vorstellbar, dass weltweit gesehen bis heute nicht einmal die Hälfte der Menschen die Möglichkeit hat, eine Waschmaschine nutzen zu können.

 

Doch bei jedem Waschgang wird Strom und sauberes Wasser verbraucht, zudem gelangen Waschmittel und Mikroplastik in die Umwelt. Mit einfachen Maßnahmen kann man diesen Verbrauch deutlich senken.

 

Grundsätzlich sollte man die Waschmaschine erst dann starten, wenn die Trommel ganz befüllt ist. Des Weiteren sollte man sich die Frage stellen, ob Oberbekleidung schon nach einmaligem Tragen direkt gewaschen werden muss. Allein diese beiden Punkte bergen viel Einsparpotential, weil damit weniger Waschgänge notwendig sind.

 

Laut Umweltbundesamt werden hierzulande pro Jahr etwa 640.000 Tonnen Waschmittel mit Chemikalien verbraucht, die nicht vollständig abbaubar sind und sich somit in der Umwelt anreichern. Flüssige Waschmittel haben zudem den Nachteil, dass sie in Plastikflaschen verpackt werden und mehr Tenside enthalten als Waschpulver aus dem Karton. Daher sollte man die Pulverform beim Kauf bevorzugen, am besten hochkonzentriert und frei von Mikroplastik. Außerdem sollte auf Wäscheduft und Weichspüler möglichst verzichtet werden, weil deren Inhaltsstoffe Wasserorganismen schädigen. Handtücher werden so zwar etwas rauer, aber dafür saugen sie Feuchtigkeit besser auf.

 

Grundsätzlich sollte das Waschmittel so gering wie möglich dosiert werden. Das erreicht man auch dadurch, dass man Flecken z.B. mit Gallseife vorbehandelt.

 

In Bezug auf den Stromverbrauch beim Waschen ist es so, dass am meisten Strom beim Aufheizen des Wassers verbraucht wird. Bei der Wahl der Waschtemperatur bietet sich demnach das größte Einsparpotential bezüglich des Energieverbrauchs. So erfordert jede 60°-Wäsche das Dreifache an Energie verglichen mit einer 30°-Wäsche. Bei Kochwäsche liegt der Stromverbrauch sogar fünfmal höher. Daher empfiehlt es sich, die Waschtemperatur so gering wie möglich zu wählen: bei wenig verschmutzter Buntwäsche reicht 20° bis 30°. Statt 60°-Wäsche empfiehlt sich 40° und weiße Wäsche wird schon bei 60° sauber. Den Temperaturregler auf 90° zu stellen, ist in der Regel gar nicht mehr notwendig, zumal die heutigen Waschmittel deutlich wirksamer sind als frühere. Nur um einer Verkeimung der Maschine vorzubeugen, sollte einmal im Monat ein 60°-Programm gewählt werden.

 

Nach dem Waschvorgang kann außerdem sehr viel Strom gespart werden, wenn man die Wäsche einfach an der frischen Luft trocknen lässt, statt den Wäschetrockner mit einem Verbrauch um 3 kWh pro Vorgang zu starten. In der Regel findet sich auch im Winter ein Platz für den Wäscheständer in der Wohnung. Wird die Wäsche vor dem Aufhängen gut ausgeschlagen und glatt gezogen, können Sie anschließend noch Zeit und Strom sparen, weil die meisten Stücke gar nicht mehr gebügelt werden müssen.