Moorschutz durch Blumenerde ohne Torf

Allein bei deutschen Hobbygärtnern liegt der Verbrauch von Torf bei über 3 Mio Kubikmetern pro Jahr

 

Jetzt im Frühling zieht es wieder viele Menschen in den Garten oder auf den Balkon und die wärmeren Temperaturen laden dazu ein, Blumenkübel und Balkonkästen neu zu bepflanzen. Dass die dabei verwendete herkömmliche Blumenerde aus bis zu 90 Prozent Torf besteht, ist den wenigsten Menschen bewusst, da die Zusammensetzung der Erde nur im Kleingedruckten der Verpackung zu finden ist.

 

Der Abbau von Torf trägt jedoch zur Zerstörung vieler Moore bei, was mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden ist, da dieses sensible Ökosystem einen wichtigen Kohlenstoffspeicher darstellt und für die Artenvielfalt eine große Rolle spielt.

 

Die Torfschicht in unseren Mooren entwickelt sich äußerst langsam, denn es braucht bis zu 1000 Jahre, bis ein einziger Meter Torf entsteht. Mittlerweile wurden in Deutschland bereits 95 Prozent der Moore durch Entwässerung für Landwirtschaft und Forst, aber auch durch Torfabbau zerstört. Das große Problem dabei ist, dass dadurch klimaschädliche Kohlenstoffe freigesetzt werden und zwar in großen Mengen.

 

Bleiben Moore dagegen intakt, haben sie die wertvolle Eigenschaft, doppelt so viel Kohlenstoff zu binden, wie sämtliche Wälder der Erde zusammen, obwohl sie nur drei Prozent der weltweiten Landfläche ausmachen.

 

Ein weiterer positiver Aspekt besteht darin, dass Moore einen wichtigen Lebensraum für viele spezialisierte Pflanzen und Tiere bieten, wie Sonnentau und Goldregenpfeifer. Auch bei Starkregenereignissen sind Moore von hohem Wert, weil sie sich wie ein Schwamm vollsaugen und so Überschwemmungen vermeiden können. Nebenbei verhindern sie Erosion und filtern unser Wasser.

 

Leider verursachen allein in Deutschland die Freizeitgärtner durch die Verwendung der üblichen, torfhaltigen Blumenerde den Abbau von über drei Millionen Kubikmeter Torf pro Jahr. Die doppelte Menge wird zudem im Erwerbsgartenbau eingesetzt, so dass wir europaweit am meisten Torf verbrauchen. Mittlerweile werden große Mengen Torf aus Osteuropa importiert, weil die deutschen Abbauflächen zurückgehen. Im Baltikum beispielsweise wird Torf sehr günstig abgebaut und muss über weite Strecken zu uns transportiert werden. Damit setzt sich die Zerstörung wichtiger Moorlandschaften weiter fort.

 

In den letzten Jahren wurden alternative Blumenerden entwickelt, die dieselben Eigenschaften wie torfhaltige Erde aufweisen und aus verschiedenen Naturprodukten, wie Rindenhumus und Holzfasern gemischt werden. Die örtlichen Agrarmärkte und umliegenden Garten-Center bieten diese komplett torffreien Blumenerden von verschiedenen Herstellern an. Fragen Sie gezielt nach Blumenerde ohne Torf und achten Sie beim Einkauf auf die Kennzeichnung „torf-frei“, denn selbst in "torf-reduzierter", "torf-armer" oder gar Bio-Erde steckt häufig noch ein Torfanteil von bis zu 80 Prozent.

 

Übrigens empfiehlt auch das Bundesumweltamt ausdrücklich die Verwendung torffreier Blumenerde.

 

Wenn Sie also beim Kauf von Gartenerde auf alternative Erden ohne Torf achten, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und tragen dazu bei, wertvolle Moorlandschaften mit seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

 

Blumenwiese als Nahrungsquelle für Wildbienen

Jetzt, da die Temperaturen wieder steigen und schon Narzissen, Blutpflaumen und Mirabellen blühen, lockt es wieder viele in den eigenen Garten und auf den Balkon. Auch die ersten Hummeln und Mauerbienen sind schon unterwegs und suchen nach Nahrung in Form von Pollen und Nektar für sich und ihren Nachwuchs. Etwa ein Drittel aller Wildbienenarten ist auf ganz bestimmte Pflanzengattungen spezialisiert. Oft handelt es sich dabei um Wiesenpflanzen, wie Natternkopf, Schafgarbe oder Johanniskraut.

 

Wieso nicht jetzt im Frühling ein Stück des Gartens für Wildbienen reservieren und eine Blumenwiese mit verschiedenen heimischen Wildkräutern anlegen? In der freien Landschaft verringert sich der Lebensraum und das Nahrungsangebot für Wildbienen immer mehr. Unsere Gärten und städtischen Grünanlagen haben das Potential, die Artenvielfalt zu fördern, wenn bei der Gestaltung das Augenmerk auf Naturnähe, insbesondere auf Insektenfreundlichkeit gelegt wird.

 

Aus diesem Grund kann man im eigenen Garten auch durch die Anlage einer Blumenwiese für ein vielfältiges Nahrungsangebot sorgen. Da jetzt die Temperaturen steigen, kann man bald mit der Vorbereitung einer Wiese beginnen.

 

Statt gleich den kompletten Rasen in eine Blumenwiese zu verwandeln, kann auch einfach einen Blühstreifen entlang eines Zaunes oder neben einer Hütte angelegt werden. Bestimmt findet sich eine Ecke im Garten oder gar ein Balkonkasten, um Wildkräuter auszusäen.

 

Damit sich die Blumenwiese gut entwickelt, ist ein sonniger Standort vorteilhaft, wobei der Boden möglichst mager sein sollte, da viele Wiesenpflanzen nährstoffarme Böden bevorzugen. Daher bietet es sich an, die Düngung einzustellen und den vorgesehen Bereich durch das Einbringen von Sand abzumagern. Will man Rasenflächen umwandeln, kann man zur Vorbereitung der Aussaat die Grasnarbe komplett entfernen. Gegebenenfalls reicht auch ein punktuelles Abtragen der Grasnarbe oder ein Vertikutieren des Rasens. Nach der Aussaat sollte die Fläche noch mehrere Wochen feucht gehalten werden.

 

Bei dem großen Angebot an Saatgut sollte auf Regionalität und auf heimische Pflanzen geachtet werden, wenn man Wildbienen anlocken möchte. Generell werden sich diejenigen Pflanzen aus der Saatgutmischung bewähren, zu denen der Standort und der Boden am besten passen.

 

Im Gegensatz zu herkömmlichen Rasenflächen machen Blumenwiesen wesentlich weniger Arbeit, da nur 1-2 Mal im Jahr gemäht werden muss und auf Dünger komplett verzichtet werden kann. Man sollte bei der Mahd möglichst nicht die ganze Fläche auf einmal mähen, sondern abschnittsweise, damit sich die Tiere auf der Wiese in den ungemähten Bereich zurückziehen können. Übrigens ist das Mähen mit einer Sense leichter als man denkt.

 

Wenn im Sommer Wilde Möhre, Thymian und Flockenblumen auf der Gartenwiese Wildbienen und sicher auch Schmetterlinge anlocken, kann man sich an den bunten Blüten und am Summen und Brummen der Insekten erfreuen.

 

Wirksame Insektenhotels selber bauen

Seit Jahren steigt die Beliebtheit von Insektenhotels als Nisthilfe für Wildbienen bei Naturfreunden. Der Handel bietet zahlreiche, oft sehr dekorativ gestaltete Insektenhotels an, in denen mit Bohrlöchern versehene Baumscheiben, Schneckenhäuser, Tannenzapfen und herkömmliche Ziegelsteine verbaut sind. Bastler orientieren sich daran und bauen eigene Nisthilfen in ähnlichem Stil. Leider sind viele dieser Wildbienenhäuser als Nisthilfe gänzlich ungeeignet wegen des Einsatzes falscher Materialien und einer fehlerhaften Bauweise, so dass die gut gemeinte Nisthilfe gar nicht von Wildbienen angenommen wird.

 

Gedacht sind solche Insektenhotels für die Wildbienen, die ihre Eier in bereits vorhandenen, röhrenförmigen Gängen ablegen. Das betrifft ca. ein Viertel der rund 560 heimischen Wildbienen-Arten. Dabei ist es wichtig, dass die Gänge glattwandig sind und auch der Eingang frei von quer stehenden Fasern bleibt, damit die filigranen Flügel der Wildbienen nicht verletzt werden. Konkret werden hier zwei Varianten vorgestellt, die man sehr leicht selbst herstellen kann.

 

Zum einen können Löcher mit einem Durchmesser von 2-9 mm in gut abgelagertes, entrindetes Hartholz gebohrt werden, wobei das Holz nicht ganz durchgebohrt werden darf. Der Nachteil bei Nadelhölzern besteht darin, dass sich die Fasern bei Feuchtigkeit aufrichten und in die Gänge ragen. Zudem kommt es häufig zu Rissbildung, so dass Parasiten eindringen können. Daher ist Hartholz, wie Esche, Buche oder Eiche zu bevorzugen. Wichtig ist außerdem, dass die Löcher quer zur Faserrichtung des Holzes gebohrt werden, quasi von der Rindenseite aus und nicht wie bei Baumscheiben in die Jahresringe längs der Fasern. Anschließend sollte die Holzoberfläche mit feinem Schleifpapier geglättet werden, um querstehende Fasern am Nisteingang zu verhindern.

 

Eine zweite einfache Nistmöglichkeit besteht in der Verwendung von Bambusstäben und Schilfhalmen. Bambusrohr finden Sie in Baumärkten, wobei Sie auf einen maximalen Innendurchmesser von 9 mm achten sollten. Die Stäbe werden mit einer Säge in ca. 15 cm lange Röhren geschnitten, so dass das hintere Ende mit einem Knoten (Verdickung) endet. Auch hier ist besonders darauf zu achten, dass das Einflugloch glatt geschliffen wird und etwaiges Mark mit einem dünnen Bohrer oder Draht herausgekratzt wird. Die so entstandenen Stäbe können zu Bündeln geschnürt und waagerecht an einem regengeschützten Ort angebracht werden. Ganz ähnlich kann man mit Schilfrohr verfahren, wobei hier besonders auf saubere Kanten beim Schneiden zu achten ist.

 

Die so gebauten Nisthilfen können einfach an einem sonnigen, windgeschützten Platz im Garten in einem Holzregal mit Dach angeordnet werden. Man kann aber auch Bambusbündel und Holzscheite einzeln regengeschützt beispielsweise am Balkon oder unter dem Dachvorsprung einer Hütte anbringen.

 

Besonders wichtig ist es, dass in der Nähe der Nisthilfe ausreichend Wildblumen vorhanden sind, damit die Wildbienen Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden. Einige Wildbienenarten sind Spezialisten, die auf eine einzige Wildpflanze angewiesen sind, so dass ein vielfältiges Blühangebot im Garten vorteilhaft ist.

 

Die solitär lebenden, friedlichen Wildbienen sind wichtige Bestäuber und gehören zu den besonders geschützten Arten. Helfen Sie durch geeignete Nisthilfen und ein reiches Blühangebot in Ihrem Garten, Wildbienen ein Zuhause zu geben. Sie selbst werden viel Freude bei der Beobachtung des Nestbaus dieser Insekten haben.

 

Energiewende im Haushalt mit echtem Ökostrom

Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen uns alle, aber als Einzelner fühlt man sich oft machtlos, hier etwas bewirken zu können.

 

Dabei kann jeder etwas zur Reduktion von klimaschädlichen Emissionen beitragen beispielsweise durch die Wahl eines geeigneten Stromlieferanten. Mittlerweile haben fast alle Anbieter einen Ökotarif im Programm und auch preislich können diese Tarife gut mit den Kosten von Kohle- und Atomstrom mithalten.

 

Aber reicht es, einfach nur auf Ökostrom umzusteigen unabhängig vom Stromkonzern?

 

Um möglichst umweltfreundlichen Strom im eigenen Haushalt zu verwenden, sollte man darauf achten, dass der Energieversorger nachhaltig ausgerichtet ist, außerdem den Ausbau erneuerbarer Energien fördert und unabhängig ist von großen Energiekonzernen, die auf fossile Brennstoffe und Atomstrom setzen. Ökostromanbieter sind vor allem dann besonders geeignet, wenn sie einen Teil des Strompreises in neue, regenerative Anlagen investieren.

 

Viele Stromunternehmen bieten zwar einen Ökotarif an, fördern aber selbst keinen Ausbau von Wind- und Solarparks im eigenen Land, sondern kaufen Ökostrom aus bereits existierenden, europäischen Anlagen hinzu, beispielsweise aus Wasserkraftanlagen in Norwegen. Damit leisten sie keinen Beitrag zur Energiewende in Deutschland, sondern geben sich nur einen grünen Anstrich.

 

Da es als Verbraucher nicht einfach ist, im Tarifdschungel den Überblick zu behalten, gibt es Gütesiegel für Ökostrom, auf die man achten sollte, denn der Begriff „Ökostrom“ allein gewährleistet nicht den Ausbau erneuerbarer Energien.

 

Beim Siegel „Grüner Strom-Label“ (GSL) muss der Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien stammen, der Stromanbieter darf nicht an Atom- oder Kohlekraftwerken beteiligt sein, und mindestens 1ct/kWh des Strompreises muss in die Förderung von neuen regenerativen Anlagen oder in Zukunftsprojekte investiert werden. Ähnlich strenge Kriterien weist das Siegel „Ok-Power“ auf. Beide Siegel geben uns als Kunden die Sicherheit, Strom zu verwenden, der ohne schädliche Klimagase produziert wird. Gute Anbieter achten zudem darauf, dass neue, regionale Anlagen auf möglichst naturverträglichen Standorten gebaut werden.

 

Sicherlich gibt es auch empfehlenswerte Anbieter, die kein Zertifikat besitzen. Allerdings muss man sich hier jeweils genau informieren und nachfragen.

 

Durch eine geeignete Wahl des Stromanbieters kann jeder einzelne dafür sorgen, dass die Energiewende vorangetrieben wird, weil durch eine erhöhten Nachfrage an grünem Strom die Produktion von Kohle- und Atomenergie immer mehr vom Markt verdrängt wird. Dabei setzt sich der Naturschutzbund Deutschland für einen möglichst naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien ein.

 

Am schonendsten für die Umwelt ist sicherlich der Strom, der erst gar nicht verbraucht wird.

 

Mit eigenen Behältern und Thermobechern gegen den Verpackungswahn

In der letzten Woche sorgte die Stadt Tübingen mit der Einführung einer Verpackungssteuer auf Mitnahmegerichte für Schlagzeilen. Betrachtet man die dramatische Zunahme der Verpackungsabfälle, so verwundert diese Entscheidung nicht: in den vergangenen 22 Jahren hat sich der Verpackungsmüll in Deutschland mehr als verdoppelt. Die Stadt Tübingen gibt die Kosten für die Beseitigung von To-Go Verpackungen mit 700.000€ jährlich an.

 

Dabei kann jeder mit etwas Planung beim Einkaufen und Konsumieren zur Eindämmung des Verpackungsabfalls beitragen. Der beliebte, tägliche Kaffee unterwegs schmeckt noch viel besser im eigenen Becher. Die örtlichen Bäcker füllen heiße Getränke gern direkt in mitgebrachte Behälter. Man muss nur daran denken, diese mitzubringen.

 

Gleiches gilt für den Einkauf beim Metzger oder an der Frischtheke im Supermarkt. Auch hier ist es ohne Weiteres möglich, Käse, Wurst und Fleisch in eigene Boxen einpacken zu lassen und somit ohne die aufwendigen Verpackungen im Laden auszukommen. In der Regel weiß man ja, was man einkaufen möchte, so dass man entsprechende Boxen gleich von zu Hause mitnehmen kann. Bei Unverpackt-Läden, wie in Lorsch, gibt es ein großes Sortiment an Lebensmitteln, die man in eigene Behältnisse abfüllen und so zur Reduktion des Plastikmülls beitragen kann.

 

Seit vor 4 Jahren durch eine Initiative des Bundesumweltministeriums und etlicher Handelsvertreter für Plastiktüten ein minimaler Preis erhoben wird, hat sich der jährliche Prokopfverbrauch der Tüten halbiert. Hier haben sich die Menschen einfach umgestellt und nehmen zum Shoppen eine Tasche mit und halten für spontane Einkäufe Stoffbeutel in Handtaschen und Klappboxen im Auto bereit. Ganz ähnlich könnte man sich als Käufer umstellen, indem man auch gleich eigene Behälter für den Einkauf von zu Hause mitnimmt.

 

Da fertige Gerichte Zeit und Arbeit sparen, boomt der Trend zu Mitnahmegerichten und vorverarbeiteten Lebensmitteln. Aber gerade diese Produkte erzeugen wesentlich mehr Verpackungsmüll, als wenn man sie selbst zubereiten würde. Beim Fertigsalat aus dem Supermarkt zum Beispiel entsteht Müll durch die Schüssel, den Deckel, eine Zwischenlage und die verpackte Soße - viel Müll nur für eine kurze Mahlzeit. Bereitet man den Salat dagegen selbst zu, vermeidet man eine Menge Plastikabfall.

 

Es ist ebenso fatal, dass sich seit dem Jahr 2000 die Verpackungen für Obst verdoppelt und für Gemüse sogar fast verdreifacht haben. Ursächlich ist, dass die Industrieverpackungen zugenommen haben und aufwändiger geworden sind, dass es häufiger sehr kleine Packungsgrößen gibt und empfindliche Frischware, wie Beeren, Cocktailtomaten und Kräuter in festen Schalen mit Deckeln angeboten werden. Als Kunde sollte man versuchen, bewusst auf die Art der Verpackung zu achten und gezielt lose angebotenes Obst und Gemüse zu kaufen. Am einfachsten geht dies auf dem Wochenmarkt, bei Hofläden und durch die Belieferung von Gemüsekisten, aber auch Supermärkte haben häufig unverpackte Frischware im Sortiment.

 

Jeder kennt die verheerenden Bilder von Plastikmüll in den Ozeanen. Helfer vom Tag der sauberen Landschaft finden immer mehr To-Go Verpackungen am Wegesrand. Versuchen Sie also, wo es geht, auf Plastik zu verzichten und helfen Sie mit, dem Verpackungswahn zu entkommen.

 

Saisonal und regional einkaufen

Als Verbraucher ist man es mittlerweile schon gewohnt, dass Obst und Gemüse montatelang bzw. sogar ganzjährig verfügbar ist: Erdbeeren gibt es schon im Winter, Trauben auch im Frühling, Tomaten und Äpfel sind eigentlich immer im Sortiment. Das ist doch eine tolle Sache. Oder etwa nicht?

 

Alles was im Laden angeboten wird und nicht zeitgleich im Freiland in unseren Breiten geerntet werden kann, hat entweder eine weite Reise hinter sich oder kommt aus dem Treib- bzw. Kühlhaus. Die Energiebilanz dieser Produkte liegt um ein Vielfaches höher als bei frisch geernteten Waren aus der Region.

 

Konkret benötigen Äpfel aus Übersee, wenn sie mit dem Schiff transportiert wurden, das 3 bis 10-fache an Energie im Vergleich zu heimischer Ware, solange diese nicht monatelang in Kühlhäusern lagerte. Weniger robustes Obst wie Weintrauben oder Erdbeeren werden mit dem Flugzeug zu uns gebracht, was den Energieverbauch auf das 300-fache steigen lässt. Hier kann aus Umweltsicht nur vom Kauf abgeraten werden. Gleiches gilt für exotische Früchte, die per Luftfracht transportiert wurden, bspw. Ananas oder Mangos.

 

Greift man außerhalb der Saison auf deutsche Tomaten aus beheizten Treibhäusern zurück, so sieht die Energiebilanz kaum besser aus, da auch hier der CO2 Ausstoß um ein Hunderfaches höher liegt als bei Freilandtomaten im Sommer.

 

Betrachtet man die Qualität der Waren, so schneidet Obst und Gemüse außerhalb der Erntezeit ebenfalls schlecht ab. Wegen der oft langen Transportwege werden viele Früchte im unreifen Zustand geerntet und zum Teil mit Chemikalien behandelt, damit der Reifezustand im Laden stimmt. Auf dem Transport gehen nicht nur Vitamine und Nährstoffe, sondern auch das Aroma verloren. Weit gereiste Erdbeeren im Winter schmecken im Vergleich zur Hauptsaison fad. Ähnliches gilt für Pflanzen aus dem Gewächshaus, da bspw. Freilandtomaten ein Drittel mehr Vitamin C als Gewächshaustomaten enthalten.

 

Glücklicherweise muss bei Obst und Gemüse immer das Herkunftsland mit angegeben werden, so dass wir als Verbraucher es in der Hand haben, ob wirklich ganzjährig weitgereiste Früchte in unserem Einkaufswagen landen oder wir doch lieber intensiv die heimische Erdbeer-, Kirsch- und Spargelsaison mit vielen Aromen genießen möchten.

 

Leider ist der Aufdruck „regional“ gesetzlich nicht geschützt, so dass die Herkunft irgendein Anbaugebiet in Deutschland sein kann. Daher empfiehlt der Naturschutzbund Bürstadt möglichst bei Hofläden mit eigenem Anbau und auf dem Wochemarkt einzukaufen oder sich mit Gemüsekisten beliefern zu lassen, die vorwiegend regionale Ware in Bioqualität anbieten.

 

Sicherlich ist es im Winter besonders in Bezug auf Obst schwieriger, heimische Produkte zu finden. Dennoch gibt es auch in unseren Breiten eine große Auswahl an regionalen Gemüsesorten, wie Möhren, Kürbisse, Wirsing, Grünkohl, Pastinaken, Rote Beete, Porree, Feldsalat und Champignons, die Abwechslung auf den Tisch bringen.

 

Auf nabu.de kann man sich einen übersichtlichen Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse herunterladen, der hilfreich bei der Kaufentscheidung sein kann.

 

Optimal sind Produkte in Bioqualität aus der Region, die gerade Saison haben. Man sollte beim Einkauf versuchen, dass mindestens eine dieser drei Eigenschaften erfüllt ist.

 

Alternativen zu Auftausalz bei Glätte und Schnee

Das Ried wurde in diesem Winter bisher von Schnee und starker Eisglätte verschont, aber erfahrungsgemäß kann es noch bis Ostern rutschig werden. Dann greifen nicht nur die Angestellten des städtischen Bauhofs, sondern auch viele Privatleute gern zu Streusalz, weil es leicht zu handhaben ist.

 

Der private Einsatz von Streusalz – mit Ausnahmen wie Blitzeis - ist aber in vielen Städten verboten oder eingeschränkt, so auch in Bürstadt. Laut Satzung zur Straßenreinigung darf nur „zur Beseitigung von festgetretenen Eis- und Schneerückständen Salz in geringer Menge verwendet werden“, wobei „im Bereich von Baum- und Strauchpflanzungen sowie Gewässern weder Salz benutzt noch gelagert werden darf“. Es soll stattdessen „vor allem Sand, Splitt und ähnliches abstumpfendes Material“ als Streumaterial verwendet werden.

 

Diese Mittel führen zwar zu keiner Schmelzung des Eises, dafür erhöhen sie die Griffigkeit, indem sie sich mit der Glätteschicht verzahnen. Besonders geeignet sind solche Streumittel und Granulate, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind. Sind Schnee und Eis geschmolzen, kann das Material einfach zusammengefegt und wiederverwendet werden.

 

Gerade bei Schnee kann man in der Regel komplett auf den Einsatz von Streumitteln verzichten, wenn man früh mit Schneeschaufel und Besen die Wege freiräumt, bevor der Schnee festgetreten ist. Auf diese Weise schafft man einen trockenen, stumpfen Untergrund und benötigt weder Split noch Salz.

 

Wieso soll man überhaupt auf Streusalz verzichten? Bei Tauwetter gelangt das Salz mit dem Schmelzwassen in die Böden, verdichtet diese und schädigt die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern, über die die Nährstoff- und Wasseraufnahme der Pflanzen erfolgt. Vor allem Linden, Ahorne und Rosskastanien werden durch Streusalz anfälliger für den Befall von Krankheiten. Man sieht die Folgen meist erst im Sommer, wenn sich die Blätter braun verfärben oder verfrüht abfallen. Im Extremfall kann bei jahrelanger Streusalzanwendung der Boden unfruchtbar werden.

 

Des Weiteren gelangt das versickerte Salz in unser Grundwasser, in Flüsse und Seen, bei Tauwetter und Regen auch über die Kanalisation. Die ans Süßwasser angepassten Fische und Kleintiere werden durch diese erhöhte Salzkonzentration geschwächt.

 

Außerdem verursachen die negativen Folgen von Auftausalzen durch Korrosion bei Autos, Betonbauteilen und Stahlträgern bspw. bei Brücken und an Gebäuden jedes Jahr hohe Kosten.

 

Streusalz greift zudem die Pfoten von Tieren an und führt häufig zu Entzündungen, so dass Hundehalter möglichst nur auf Wegen unterwegs sein sollten, auf denen kein Salz gestreut wurde.

 

Sicherlich ist der Einsatz von Streusalz angenehm einfach und häufig schon Gewohnheit. Nachhaltiger und gesünder für Gewässer, Böden, Flora und Fauna sind aber die von der Stadt Bürstadt vorgegebenen, alternativen Streumittel wie Split, Granulat oder Sand, auch wenn das Ausbringen dieser Mittel durch das Zusammenkehren im Anschluss etwas mehr Aufwand bedeutet.

 

Auswirkungen des jährlichen Silvesterfeuerwerks

Drei Tage vor dem Jahreswechsel geht der Run auf Feuerwerkskörper aller Art wieder los. Auch wenn bei sonstigen Konsumgütern immer den Schnäppchen hinterherjagt wird, werden in Deutschland in der Silvesternacht zwischen 100 und 150 Millionen Euro in die Luft geschossen - einfach so, nur für die kurzen Momente bunter Farben am Nachthimmel mit Glitzer und lautem Knall.

 

Der Naturschutzbund Bürstadt gibt zu bedenken, dass der Böllerspaß zum Jahresbeginn viele negative Auswirkungen hat, über die man sich beim Kauf von Rakteten und Knallern bewusst sein sollte.

 

Laut Umweltbundesamt werden durch Feuerwerkskörper rund 4.200 Tonnen Feinstaub freigesetzt, was ungefähr 25% der jährlichen Feinstaubmenge durch Holzfeuerung in Deutschland entspricht. Feinstaub wirkt gesundheitsgefährdend für Atemwege und das Herz-Kreislauf-System, zusammen mit dem Lärm stresst es den Körper.

 

Diesem Stress in der Silvesternacht sind auch alle Tiere ausgesetzt. Es betrifft sowohl Haus- als auch Wildtiere, beispielsweise Vögel, die in Panik geraten und aufgeschreckt in der Kälte umherfliegen und dadurch viel Energie verbrauchen. Vor allem in Grünanlagen, in der Nähe von großen Bäumen und am Waldrand ist es daher wichtig, auf Feuerwerkskörper zu verzichten und damit die Rückzugsbereiche der Tiere zu respektieren.

 

Abgefeuerte Raketen und gezündete Böller erzeugen eine Menge Müll auf den Straßen, rund 191 Tonnen Silvesterabfall fallen allein in den 5 größten deutschen Städten an. Zudem wird oft nicht bedacht, dass bei Feuerwerken auch verschiedendste Chemikalien und Gifte freigesetzt werden, die z.B. für die Farbgebung der Flammen verarbeitet werden. Diese Schadstofffe rieseln vom Himmel und belasten nach dem ersten Regen unsere Böden und Gewässer.

 

Schon bei der Herstellung der Feuerwerkskörper, hauptsächlich in China und Indien, gelangen Giftstoffe in die Natur. Dort sind weder die Richtlinien für Schadstoffe noch die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in den Betrieben mit den hiesigen Vorschriften vergleichbar.

 

Aus all diesen Gründen wäre es gut, den Jahreswechsel nur mit knallenden Sektkorken und fröhlichen Neujahrswünschen zu begehen und das persönliche Feuerwerk möglichst einzuschränken oder am besten ganz darauf zu verzichten. Das hilft der eigenen Gesundheit, der Natur und dem Geldbeutel.

 

Geschenke mal anders verpacken

Hierzulande ist es in vielen Haushalten so, dass sich die Leute alljährlich nach dem Weihnachtsfest wundern, wie schnell wieder die Papiermülltonne übervoll geworden ist und wie viele gelbe Säcke sich in kurzer Zeit angesammelt haben. Bundesweit steigt das Müllaufkommen an den Weihnachtstagen um schätzungsweise 20 Prozent.

 

Allein die Geschenkverpackungen aus Hochglanzpapier, schillernden Folien und ellenlangen, sich ringelnden Kunststoffbändern führen zu großen Abfallbergen nach den Festtagen. Alubeschichtetes Geschenkpapier gilt hier als besonders umweltbelastend.

 

Sicherlich erhöht eine kunstvolle Verpackung die Spannung auf das eigentliche Geschenk, das man so nicht gleich erkennen kann. Zudem ist es ein Zeichen von Wertschätzung, wenn man sich besondere Mühe beim Verpacken gibt.

 

Jedoch gibt es zu den herkömmlichen Geschenkverpackungen viele Alternativen aus wiederverwendeten und umweltfreundlichen Materialien, die keinen extra Müll verursachen und sich trotzdem kunstvoll, optisch ansprechend und individuell gestalten lassen.

 

So kann man Zeitungspapier, braunes Packpapier oder Kartons bemalen, bekleben oder mit Kartoffelstempeln bedrucken. Ausgemusterte Wandkalender und Landkarten eignen sich durch das stabile Papier hervorragend als Geschenkverpackung. Auch kann man Halstücher, Socken, Geschirrtücher oder Schals zum Einpacken verwenden. So wird die Verpackung gleichzeitig zum zweiten Geschenk.

 

Oft reicht es aus, Präsente einfach nur mit einer Stoffschleife zu dekorieren statt Unmengen an frisch gedrucktem Papier einzusetzen, das im Endeffekt nur für den kurzen Moment des Überreichens wirkungsvoll ist, aber schon nach dem Auspacken des Geschenks im Müll landet.

 

Band aus Naturfasern, Wolle, Stoffstreifen oder Krepppapier sind eine gute Alternative zum üblichen Geschenkband aus Kunststoff. Stoffbänder können aufbewahrt und immer wieder eingesetzt werden.

 

Wieso wird es nur noch selten praktiziert, gebrauchtes, aber noch intaktes Geschenkpapier mehrfach zu verwenden? Zu Großmutters Zeiten war dies noch üblich und schon sehr nachhaltig gedacht.

 

Wenn trotzdem neue Geschenkrollen zum Einsatz kommen sollen, empfiehlt sich unbeschichtetes Papier, das aus Recyclingmaterial besteht und mit dem Blauen Engel zertifiziert ist.

 

Eine Reduktion des Verpackungsmülls zum Weihnachtsfest kann man übrigens am Leichtesten erreichen, indem man seinen Lieben einfach Zeit schenkt, die man zusammen verbringt, statt teure Dinge zu kaufen, die der Beschenkte oft gar nicht braucht. Dieses wertvolle Geschenk der Zeit für eine gemeinsame Aktivität kann auf eine Karte geschrieben werden - am besten mit festem Termin - und bedarf keiner aufwendigen Verpackung.

 

Eis kratzen kann teuer werden

Nach den ersten frostigen Nächten steht für zahlreiche Autofahrer vor Fahrtantritt erst mal Eis kratzen auf dem Programm. Viele Leute erhoffen sich einen schnelleren Erfolg, die Scheiben frei zu bekommen, wenn sie vorher den Motor starten. Der Naturschutzbund Bürstadt rät jedoch aus Umweltaspekten davon ab, während dieser frühmorgendlichen Tätigkeit den Motor laufen zu lassen, denn im Leerlauf ohne Last braucht der Motor viel länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen und wird nicht warm. Dafür ist der Schadstoffausstoß und der Spritverbrauch eines kalten Motors doppelt bis dreimal so hoch wie im Fahrbetrieb. Zudem führt dies zu schnellerem Verschleiß, da sich das kalte Öl viel langsamer im Motor verteilt. Dass sich so gesundheitsschädliche Stoffe, wie Kohlenmonoxid und Stickoxide am Standplatz sammeln, sollte nicht unterschätzt werden.

 

Im Übrigen ist es laut Straßenverkehrsordnung verboten, den Motor unnötig laufen zu lassen, so dass morgendliche Eiskratzer mit laufendem Motor ein Bußgeld von 10 Euro riskieren. Dies gilt auch für Autofahrer, die parken und den Motor laufen lassen, weil sie auf jemanden warten oder telefonieren.

 

Wenn man morgens auf das Eis kratzen verzichten möchte, ist es ratsam, einfach abends die Autoscheiben mit einer Folie abzudecken, oder, wenn möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, bei denen man gleich in einen warmen Innenraum einsteigen kann.

 

Auch wenn im Straßenverkehr eine etwas längere Standzeit beispielsweise an Ampeln oder Bahnübergängen zu erwarten ist, sollte der Motor abgeschaltet werden. Dies rentiert sich spätestens, wenn man länger als 30 Sekunden stehen muss und wird mit geringerem Spritverbrauch belohnt.

 

Grundsätzlich sollte man beim Losfahren nicht sofort Gas geben, sondern niedertourig fahren und früh hochschalten: schon nach einer Wagenlänge kann in den zweiten Gang geschaltet werden. Auch auf diese Weise wird weniger Kraftstoff verbraucht, denn gerade wenn der Motor kalt ist, benötigt er auf den ersten paar hundert Metern am meisten Sprit. Dies können 30 Liter oder mehr pro 100 km sein.

 

Daher sollte man sich besonders bei kurzen Strecken überlegen, ob man das Auto stehen lassen kann und stattdessen den Weg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen könnte. Solange die Straßen trocken sind, kann man auch in der kalten Jahreszeit problemlos mit dem Rad fahren, wenn man sich entsprechend mit Handschuhen, Schal und Mütze unter dem Helm ausstattet. Durch die kurzen Tage sollte man daran denken, schon früh die Fahrradbeleuchtung einzuschalten und für zusätzliche Reflektoren zu sorgen, um gut wahrgenommen zu werden.

 

Winterfütterung von Vögeln bietet Naturerlebnis für Groß und Klein

Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, stellen wieder zahlreiche Vogelfreunde ihre mit Körnern und Samen gefüllten Futterhäuschen in ihre Gärten und hängen Meisenknödel auf, um Vögeln zusätzliche Nahrung anzubieten. Der NABU Bürstadt befürwortet die Winterfütterung, da die Futterplätze sich sehr gut zur Beobachtung unserer Standvögel eignen und spannende Naturerlebnisse für alle Altersklassen ermöglichen.

 

Dazu empfiehlt sich die kostenlose NABU-App „Vogelwelt“ als Bestimmungshilfe von Vögeln oder für Kinder das Lernvideo „Schau mal, wer da fliegt“ für Vögel am Futterhaus (über youtube oder nabu.de).

 

Bei der Winterfütterung sollte man darauf achten, hochwertiges Futter zu kaufen und eine Mischung für Körner- und Weichfresser zu verwenden, das beispielsweise sowohl Sonnneblumenkerne, Hafer, Hanf und Nüsse als auch Rosinen, Haferflocken und Mehlwürmer enthält. So finden Meisen, Finken und Sperlinge, aber auch Rotkehlchen und Amseln geeignete Nahrung. Im Übrigen sollten Speisereste oder Gesalzenes auf keinen Fall verfüttert werden, auch keine Brotreste.

 

Weil bei großen Futterhäuschen die Vögel direkt im Futter herumlaufen, begünstigt dies die Verbreitung von Krankeiten. Mit Futtersilos, wie Futtersäulen oder Kleinfutterhäuschen, bei denen das Futter einfach nachrutscht, können Verschmutzungen durch Kot vermieden werden, so dass diese Futterspender zu bevorzugen sind. Wer trotzdem die konventionellen Futterhäuschen aufstellen möchte, sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und täglich nur kleine Futtermengen ausbringen.

 

Wenn man Meisenknödel aufhängen möchte, kann man diese einfach selbst herstellen oder ohne Plastiknetz in passenden Meisenknödel-Halterungen aufhängen, damit sich einerseits die Meisen nicht in den Netzen verfangen und andererseits die leergefressenen Plastiknetze nicht in der Natur landen.

 

Der Aufstellplatz der Futterspender sollte für Katzen nicht erreichbar und auch nicht zu nah am Haus platziert sein, damit die wegfliegenden Vögel nicht an den Fensterscheiben verunglücken.

 

Die Vogelfütterung im Winter stoppt sicherlich nicht den massiven Rückgang der heimischen Vogelwelt, zumal das Futterangebot hauptsächlich den weniger bedrohten Arten zugute kommt, aber es ist eine sehr gute Gelegenheit zur Umweltbildung und kann ein erster Schritt sein hin zu einer naturnahen Gartengestaltung, die Vögeln und anderen Tieren natürliche Nahrungsquellen und Lebensräume bietet.

 

 

 

Bunte, pflegeleichte Vorgärten für's Klima und für die Artenvielfalt

Der Trend zu Schotter im Vorgarten nimmt seit Jahren zu. Dies kann man auch in Bürstadt besonders in den Neubaugebieten Sonneneck und Boxheimerhof, aber auch im älteren Siedlungsbereich beobachten. Die Hausbesitzer glauben, durch die Abdeckung des Bodens mit Folie und Steinen vor ihrem Haus den Pflegeaufwand zu minimieren und wünschen sich eine Gartenfläche, die als ordentlich wahrgenommen wird und sich optisch möglichst nicht verändert. Ein Garten ist jedoch keine Wohnstube, die immer aufgeräumt und gleichbleibend ist.

 

Ein Garten lebt und besitzt eine Vielfalt an Pflanzen, Blüten und Düften. Damit bietet er vielen Tieren wie Insekten und Vögeln einen Lebensraum, er zeigt jahreszeitliche Veränderungen und entwickelt sich ständig weiter. Durch eine geeignete Bepflanzung mit Stauden und Gehölzen ist es problemlos möglich, einen ökologisch wertvollen Vorgarten so zu gestalten, dass er ohne viel Aufwand immer gepflegt ausssieht. Bodendecker helfen beispielsweise, dass Wildkräuter kaum eine Chance haben. Die örtlichen Gärtner können hier gute Tipps geben, wie ein Vorgarten individuell, ansprechend und gleichzeitig pflegeleicht angelegt werden kann ohne ihn in eine lebensleere Steinwüste zu verwandeln.

 

Der NABU Bürstadt weist darauf hin, dass Schotterflächen zahlreiche Nachteile haben, die den Hausbesitzern oft gar nicht bewusst sind. Spätestens nach ein paar Jahren siedeln sich trotz Unkrautvlies Wildkräuter an, weil organisches Material zwischen die Steine fällt und sich eine Humusschicht bildet, auf der Löwenzahn und Co gedeihen. Zudem bildet sich mit den Jahren auf den Steinen eine Patina aus Algen und Schmutz. Das Reinigen der Steine, das Jäten von Wildkräutern und die Entfernung von Laub in „Schottergärten“ ist extrem aufwendig und meist nur mit technischen Hilfsmitteln wie Laubbläsern, Hochdruckreinigern oder Flämmgeräten möglich.

 

Im Übrigen ist die Verwendung von Glyphosat, das in zahlreichen Unkrautvernichtern wie Round-Up enthalten ist, sowohl in „Schottergärten“ als auch auf Wegen, Stellplätzen und in Gewässernähe verboten und steht unter Strafe, so dass für Hausbesitzer nur das mühsame Jäten der ungewünschten Wildkräuter zwischen den Steinen übrig bleibt.

 

Ein weiterer Nachteil geschotterter Vorgärten ist die Beeinträchtigung des Lokalklimas, denn Steine heizen sich im Gegensatz zu einer Grünfläche wesentlich stärker auf, sie speichern diese Wärme und geben sie nachts wieder ab, so dass sich die Umgebungstemperatur dauerhaft erhöht.
Pflanzen dagegen kühlen die Luft, indem sie Wasser über die Blätter verdunsten, sie erzeugen Sauerstoff, binden Staub und sorgen so für ein günstiges Kleinklima. Auf der BUGA in Heilbronn wurden diese Unterschiede durch Temperaturmessungen zwischen Schotterflächen (Ø 46.7°C) und bepflanzten Gärten (Ø 24,1°C) verdeutlicht.

 

Des Weiteren kann in den mit Folie und Schotter abgedeckten Flächen kaum Regenwasser versickern, da es sich quasi um eine Versiegelung handelt. Dies führt zu einer Verschärfung der Auswirkungen von Starkregenereignissen, die in Zukunft vermehrt zu erwarten sind.

 

Soll ein „Schottergarten“ wieder zurückgebaut werden, so müssen Steine und Kies teuer entsorgt werden. Auch daran sollten Hausbesitzer denken, wenn sie statt ihres Vorgartens eine sterile Steinfläche schaffen wollen. Wenn man dagegen einen bepflanzten Garten umgestalten möchte, so können auszutauschende Pflanzen einfach auf dem Mulchplatz kompostiert werden.

 

Auch wenn eine einzelne Vorgartenfläche sehr klein erscheint, können blütenreiche, vielfältig bepflanzte Vorgärten in ihrer Summe sowohl das Stadtklima positiv beeinflussen als auch reichlich Nahrung für Schmetterlinge, Bienen und Vögel bereitstellen. Zudem bieten sich hier zahllose individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, die in biologisch toten „Schottergärten“ so nicht möglich sind.

 

Laub im Garten belassen

Wenn Bäume und Sträucher im Herbst ihre Blätter verlieren und Rasen, Blumenbeete und Wege bedecken, sollten Gartenbesitzer das Laub nicht als lästige Aufräumarbeit wahrnehmen, sondern die bunten Blätter möglichst im Garten belassen. Das Falllaub auf den Beeten und unter Gehölzen kann einfach liegen bleiben, denn es schützt die Pflanzen vor Frost.

 

Vor allem aber bietet das Laub ein Winterquartier für zahlreiche Tiere: Nicht nur Käfer und Schmetterlingsraupen, sondern auch Asseln, Amphibien und Igel brauchen die warme, isolierende Laubdecke, um über den kalten Winter zu kommen. Da die welken Blätter im Frühling von einer Vielzahl von Lebewesen wieder abgebaut werden, bleiben zudem die Nährstoffe im Garten und es entsteht wertvoller Humus.

Nur auf Gehsteigen und Gartenwegen sowie Rasenflächen sollte das Laub entfernt werden, wobei die hier anfallenden Blätter zu Laubhaufen beispielsweise in einer Ecke des Gartens oder unter Sträuchern aufgeschichtet werden können. Damit der Herbstwind die Laubhaufen nicht wieder zerstört, kann man sie zusätzlich mit Reisig und Ästen beschweren.

 

In den letzten Jahren werden leider immer mehr Laubsauger bzw. Laubbläser eingesetzt, was fatale Folgen für viele Kleintiere hat, denn Insekten, Asseln, Spinnen, Schnecken und Molche, die im Laub Schutz gesucht haben, werden entweder verletzt bzw. aufgesaugt und kleingehäkselt. Auch Laubbläser gefährden Kleinstlebewesen am Boden und vernichten den Unterschlupf vieler Tiere, da mit diesen motorisierten Geräten das Laub bis in die hintersten Ecken entfernt wird.

 

Allein aus Lärmschutzgründen sollte man die bunten Blätter daher am besten mit Laubrechen bzw. Besen zusammenkehren. Diese Tätigkeit an der frischen Luft darf man als kostenloses Fitnessprogramm ansehen. Zudem kann hier Nachbarschaftshilfe gelebt werden, denn ältere Menschen werden sich freuen, wenn man sie beim Laub rechen unterstützt.

 

Betrachtet man Laub nicht als Unordnung oder Abfall, sondern als Winterschutz für Pflanzen und Tiere bzw. Nährstofflieferant für den Boden, so kann man sich noch mehr über die derzeitige bunte Farbenpracht der Laubbäume in Wald und Garten freuen.

 

Heimische Sträucher pflanzen

Die beste Voraussetzung für einen lebendigen Garten, in dem sich Amseln, Sandbienen und Zitronenfalter wohl fühlen, sind zwei Dinge, die man bei der Gartengestaltung immer im Hinterkopf behalten sollte: Vielfalt und heimische Pflanzen.

Dies gilt insbesondere für die Auswahl der Sträucher in unseren Gärten, bei denen es oftmals an Artenvielfalt mangelt, da in vielen Hecken nur monoton ein einziges exotisches Gehölz gepflanzt wird, wie zum Beispiel Kirschlorbeer- oder Thujahecken. Jedoch bieten exotische Sträucher unserer heimischen Tierwelt meist keine verwertbaren Früchte. Leider verdrängen die in den letzten Jahren in Mode gekommenen Exoten die für die Natur so wichtigen heimischen Gattungen. Unsere Wildsträucher dagegen können durch ihre Früchte, Blüten und Blätter wesentlich mehr Tiere versorgen, weil sie sich über tausende von Jahren hinweg optimal aufeinander einstimmen konnten.

Der heimische Weißdorn, die Arzneipflanze des Jahres 2019, ist ein gutes Beispiel für den ökologischen Nutzen unserer Wildgehölze. Weißdorne zählen zu den Haupttrachtpflanzen mehrerer Hummelarten und bieten Pollen für 16 Sandbienenarten. Zudem ernähren sich die Raupen von 64 Groß- und 53 Kleinschmetterlingen, wie Baumweißling und Segelfalter vom Blattwerk des Weißdorns, der auch für 60 Käferarten durch Nektar, Pollen, Blätter und Holz Nahrung liefert. Allein die Früchte stehen auf der Speisekarte von 32 Vogelarten, darunter Drosseln und viele Kleinvögel. Von den Beeren des exotischen Lavalls Weißdorns profitieren dagegen nur 3 Vogelarten. Im Durchschnitt ernähren die exotischen Gehölze und ihre Früchte nur vier Vogelarten, die heimischen Gehölze hingegen versorgen durchschnittlich 21 Vogelarten. Außerdem werden Sträucher wie Holunder oder Pfaffenhütchen gern von Heckenbraunelle und Nachtigall zum Nisten genutzt.

Heimische Sträucher sind zugleich robust, anspruchslos, unempfindlicher gegenüber Schädlingen und an das hiesige Klima angepasst. Meist sind sie auch günstiger im Erwerb als die üblichen Ziergehölze und benötigen weniger Pflege und Dünger.

Wenn im Garten eine neue Hecke angelegt oder einzelne Sträucher ersetzt werden sollen, eignet sich die noch frostfreie Zeit ab Oktober sehr gut für Neuanpflanzungen. Bis zum Frühling können die Sträucher dann gut anwurzeln und austreiben. Für eine geeignete Auswahl der Sträucher in Bezug auf Wuchshöhe, Pflanzabstand, Standort und Boden ist eine fachkundige Beratung hilfreich.

Im Gegensatz zu den lebensleeren Exotenhecken besticht ein Garten mit verschiedenen heimischen Gehölzen wie Berberitze, Sanddorn, Felsenbirne, Haselnuss, Wacholder und Kornelkirsche auch optisch durch ein ganzjähriges, dekoratives Aussehen, da im Frühling und Sommer verschiedene Sträucher in Blüte stehen, die Blätter vielfältig gefärbt sind und im Herbst verschiedenfarbige Früchte ausgebildet werden.

Verblühte Stauden erst im Frühling schneiden!

Man kann Wildbienen, Schmetterlingen und Co auf einfache Weise helfen, ein Winterquartier zu schaffen, indem Gräser und verblühte Stauden über den Winter stehen gelassen werden, um diese erst im späten Frühling zu schneiden.

 

Viele der über 550 verschiedenen Wildbienenarten in Deutschland überwintern im Puppenstadium in unseren Gärten, indem sie beispielsweise hohle bzw. markhaltige Stängel oder Totholz als Winterschlafplatz nutzen.

 

Ebenso überwintert der überwiegende Teil der heimischen Schmetterlinge nicht als Falter, sondern als Ei, Raupe oder Puppe. Einige Schmetterlingsarten legen ihre Eier im Spätsommer direkt an speziellen Futterpflanzen ab, damit im Frühling die geschlüpfte Raupe gleich genug Nahrung findet. Raupen interessieren sich nur für die Blätter einheimischer Pflanzen im Gegensatz zu den ausgewachsenen Faltern, die im Sommer gern an den Blüten Nektar saugen. Andere Arten hängen im Winter als Puppe an Stauden und Gräsern bis der Frühling kommt, wie z.B. der Schwalbenschwanz.

 

Daher sollte in den Gärten jetzt nicht zu intensiv aufgeräumt werden. Indem man alle Pflanzen zurückschneidet, werden mit den Stängeln und Gräsern auch zahlreiche Insekten entsorgt.

 

Zudem dienen die im Herbst stehengelassenen, samenbildenden Pflanzen vielen Vögeln in der kalten Jahreszeit als Futterquelle, wie die Königskerze oder die Flockenblume.

 

Indem man den Rückschnitt im Garten auf das kommende Frühjahr verschiebt, hilft man Insekten und Vögeln, die kalte Jahreszeit zu überstehen und kann sich selbst von Stauden und Gräsern faszinieren lassen, wenn diese im Winter mit Reif überzogen sind.

 

Stecken Sie Blumenzwiebeln!

Denken Sie jetzt im Herbst schon an den Frühling und helfen Sie mit, dass Hummeln und Bienen im zeitigen Frühjahr ausreichend Nahrung in Form von Nektar und Pollen finden!

Dazu müssen Sie nur in den kommenden Wochen insektenfreundliche Zwiebelgewächse wie Krokusse, Schneeglöckchen, Blaustern, Traubenhyazinthen oder Winterlinge pflanzen.

Beim Kauf achten Sie bei Krokussen möglichst auf verwildernde Arten, die im Handel als botanische oder Wildkrokusse gekennzeichnet sind, denn diese vermehren sich selbst und liefern wesentlich mehr Pollen und Nektar als die großblumigen, hochgezüchteten Sorten. Fragen Sie gezielt bei Ihrem Händler nach den bienenfreundlichen Sorten. In vielen Gartenmärkten in der Umgebung sind diese vorrätig.

Sie können die Zwiebeln in Beete, Balkonkästen und auch in Rasenflächen einpflanzen.

Wenn eine überwinternde Hummelkönigin schon ab zwei Grad unterwegs ist, sind ihre Wintervorräte verbraucht. Um nicht zu verhungern, muss sie ausreichend Blütensaft und Blütenstaub finden. Daher sind Frühlingsblüher enorm wichtig, denn nur überlebende Königinnen können einen Hummelstaat aufbauen!

Wenn Sie also jetzt Blumenzwiebeln stecken, helfen Sie den Bienen und Hummeln, die an sonnigen Februartagen auf der Suche nach Nektar und Pollen sind. Außedem wird es auch für Sie selbst eine Freude sein, nach der kalten Jahreszeit die ersten Blüten im Garten zu entdecken.