Rotkehlchen: Vogel des Jahres 2021

Zum zweiten mal ist das Rotkehlchen zum "Vogel des Jahres" gewählt worden - nicht weil es besonders gefährdet wäre, aber wegen seiner Popularität. In Bürstadt ist es im Wald weit verbreitet, etwas weniger im Siedlungsbereich oder in Gehölzen in der Feldflur. Rotkehlchen sind ganzjährig bei uns anzutreffen, wobei aber die hiesigen Brutvögel im Winter wegziehen und durch Gäste aus dem Norden abgelöst werden. Rotkehlchen leben auch hier im Winter, wie wenige Vogelarten. Da Rotkehlchen besonders junge Waldbestände besiedelt, können ihnen auch die Waldschäden durch Trockenheit wenig anhaben.

 

Die Größenordnung des Bürstädter Bestandes lässt sich überschlagen. Bürstadt hat etwa 3.500 ha. In optimalen Waldbeständen erreichen Rotkehlchen eine Dichte von bis zu 1 Kehlchen / ha. In der Feldflur und in der Stadt Bürstadt selbst gibt es aber sicher nur vereinzelte Brutreviere, nur im Winter und zur Zugzeit sind sie dort häufiger. Grob geschätzt sind also etwa 1/5 der Gemarkung geeignet als Brutrevier, wobei die Siedlungsdichte in Nadelholzbeständen geringer ist als in Laubwäldern. Damit wären wir in der Größenordnung von 100-500 Revieren. Genauer dürfte es im Moment nicht zu schätzen sein.

(Text von Peter Petermann)

https://www.youtube.com/watch?v=3PlDhQITBH0&t=24s

 

 

Turteltaube: Vogel des Jahres 2020

Bild: NABU Netz/Michael Wimbauer
Bild: NABU Netz/Michael Wimbauer

Unsere kleinste Taubenart war früher häufig und weit verbreitet in Feldgehölzen und an Waldrändern, wo sie oft in kleinen Kolonien brütete. Nach der Brutzeit war sie in Schwärmen auf Äckern anzutreffen, bevor sie im Spätsommer den weiten Zug nach Afrika antrat. Diese Zeiten sind leider vorbei. Die Intensivierung der Landwirtschaft und eine immer noch gnadenlos betriebene Jagd auf den Zugwegen haben ihre Bestände bei uns stark reduziert. In Bürstadt werden aktuell nur noch an wenigen Stellen einzelne rufende Tauber angetroffen (weniger als 5?), häufiger an Waldlichtungen als in der Feldflur.

 (Text von P. Petermann)

Feldlerche: Vogel des Jahres 2019

NABU Netz/Günter Klein
NABU Netz/Günter Klein

Der Gesang der Feldlerche ist in unserer Ackerlandschaft ab März noch verbreitet zu hören, meistens im Singflug in großer Höhe ohne Pause vorgetragen. Das täuscht etwas darüber hinweg, dass die Zahl der Lerchen seit einigen Jahren dramatisch zurückgeht. Das Schicksal teilt sie mit anderen Arten der Ackerlandschaft. Dort wo die agrarische Nutzung noch abwechslungsreich ist und unbefestigte Feldwege und kleine Brachflächen in die Ackerlandschaft eingestreut sind, kann die Art sich noch halten. In der Bürstädter Gemarkung kommen wir wohl noch auf über 100 Reviere (aber sicher auch weniger als 1.000). Die Feldlerche war schon einmal 1998 Vogel des Jahres.

(Text von P. Petermann)

Star: Vogel des Jahres 2018

Gerlinde Korbus
Gerlinde Korbus

Der Star ist ein wahrer Stern unter unseren Vögeln. Seinen Namen verdankt er dem Schlichtkleid, das er im Herbst trägt: schwarz mit vielen hellen Punkten, die - mit etwas Phantasie - an Sterne am Firmament erinnern. Zur Brutzeit verschwinden die "Sterne" und das schwarze Gefieder schillert prächtig in grün und violett. Dazu lässt das Starenmännchen häufig seinen Gesang hören, der zum großen Teil aus perfekten Imitationen von anderen Vogelstimmen oder sonstigen Geräuschen besteht. Bei der Wahl der Bruthöhle ist der Star anpassungsfähig - Baumhöhlen, Nistkästen oder Mauernischen werden angenommen. Im Herbst sammeln sich die Stare in gewaltigen Schwärmen zu Zehntausenden bis Millionen, die damit zu den größten Ansammlungen von Tieren auf unserem Planeten gehören. In unserer Gegend ist er noch gut vertreten, wenn auch die Zahl der Brutpaare deutlich geringer ist als früher.

 (Text von P. Petermann)

Waldkauz: Vogel des Jahres 2017

Bild: NABU Netz
Bild: NABU Netz

Der Waldkauz ist unter den heimischen Eulenarten mit Abstand die häufigste und bekannteste. Auffällig sind vor allem seine Rufe, die im Wald, oft aber auch in Ortschaften, weithin zu hören sind - der Kontaktruf "kuwitt" oder das "Heulen" des Männchens "huhuhuhuuu". Bei einigen Eulenarten schwanken die Bestände stark in Abhängigkeit von der Zahl der Mäuse in Feld und Wald. Beim Waldkauz ist das weniger deutlich, weil er auf andere Nahrung ausweichen kann - von Vögeln bis Fröschen, oder - in Flussauen - auch mal Fische. In den Wäldern um Bürstadt ist er relativ häufig - stellenweise können in guten Nächten 3 oder 4 rufende Käuze gleichzeitig gehört werden. Tagsüber hält er sich gut versteckt, genießt aber auch gerne ein paar Sonnenstrahlen.

 (Text von P. Petermann)